19 Dezember 2014

classless

Die ersten Auftritte 2015

  • Fr, 06.02.2015, Bielefeld, Jugendherberge: Vortrag Entschwörungstheorie bei der Solid-Winterakademie
  • Fr, 20.02.2015, München, Feierwerk: Vortrag zu Lust, Rausch und Zweifel, anschließend Auflegen (Soliparty für Hamadou Dipama)
  • Wer auch was einrühren will, findet hier mein aktuelles Programm – ab Februar bin ich wieder im Land.

    by classless at 19 Dezember 2014 , 18:08:44

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    torsun

    Der Torsun & Das Einhorn Weihnachtssingle

    Du kennst folgendes Szenario:
    Es ist der 24.12. und du hast noch keine Geschenke besorgt. Kein Problem! Für diesen Fall haben Der Torsun & Das Einhorn ein wunderschönes Last-Minute-Geschenk parat, nämlich einen kompletten Single-Bausatz zum Runterladen!
    Das gute Stück hört auf den Namen „Die Tanke hat auch keine Geschenke mehr…“ und so wird’s gemacht:

    Schritt 1:
    Bausatz hier klickend Downloaden!

    Schritt 2:
    Musik auf CD brennen, Cover und Label ausdrucken, Cover ausschneiden, falten und kleben, Label ausschneiden und auf CD kleben.

    Fertig ist das gute Stück.

    Und weil es so schön ist, gibt es zu beiden Songs kleine, trashig-feine Videos:
    Befindlichkeiten:

    Prince Kay One ist ein eingetragenes Markenzeichen:

    Frohe Weihnachten und like uns auf Facebook!

    by kapsler hauser at 19 Dezember 2014 , 12:26:53

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    cosmoproletarian solidarity

    Solidarität mit den verfolgten Eziden


    Die Eziden, die seit Jahrhunderten der Hass der Herrschenden trifft, sind nun mit einem noch gnadenloseren Feind konfrontiert. Nachdem der “Islamische Staat” am 3. August Şengal im Nordirak attackierte und weitflächig einnahm, ergriffen die dort Lebenden zu Tausenden die Flucht. “Wir versklaven, verkaufen und teilen ezidische Frauen und Kinder unter uns auf“, heißt es in “Dabiq”, einem Organ des „Islamischen Staates“. Anders als Christen, die Tod und Versklavung durch eine Zwangszahlung entfliehen können, seien Eziden “absolute Ungläubige” und fielen somit als ”Beute” an den “Islamischen Staat”. Weit über 3.000 junge Mädchen und Frauen wurden seit den Attacken auf Şengal, wo ein Großteil der Eziden Iraks leben, verschleppt. Diese Sklavenökonomie ist eine weitere perfide Form der genozidal verfolgten Ausrottung der als “absolut Ungläubige” verunglimpften Eziden. Jene, die den Mördern des “Islamischen Staates” und somit dem Tod durchs Halsabschneiderkommando entkommen sind, sind zu Hunderttausenden nach Irakisch-Kurdistan geflüchtet. Nach aktuellen Zahlen der Regionalregierung Irakisch-Kurdistans sind es mehr als 300.000 ezidische Geflüchtete, allein 263.000 von ihnen befinden sich in Duhok, 40.000 in Hewlêr (Erbil) und Silêmanî. Sie sind untergekommen in feuchten Rohbauten, in Straßengräben oder den Hinterhöfen der Altansässigen. Lang anhaltende Regenfälle unterspülen die Planen, zu denen es vielen Geflüchteten einzig langt. Der genozidalen Aggression des “Islamischen Staates” nur knapp entkommen, droht ihnen nun mit dem angebrochenen Winter die Kälte mit dem Tod.

    Bis zu 10.000 Eziden harren weiter im Şengal-Gebirge aus, eingeschlossen vom “Islamischen Staat”. In Şerfedîn, wo ein den Eziden heiliger Schrein liegt, verhindern selbstorganisierte Selbstverteidigungsbrigaden das Eindringen des “Islamischen Staates” in das Gebirge mit dem Gröbsten. Auch ihnen fehlt es allem.* Etwa 1.4 Millionen Geflüchtete harren im Moment in Irakisch-Kurdistan aus, zehntausende Christen aus Mosul und Nineveh sowie mehr als 200.000 Geflüchtete vor der syrischen Katastrophe. Währenddessen rationalisieren die “Vereinten Nationen” ihren Betrieb. Allein ihr Ernährungsprogramm für Geflüchtete und Eingeschlossene innerhalb Syriens wurde um 40 Prozent minimiert. Da zugesagte Zahlungen ausbleiben, ist das UN World Food Programme (WFP) gezwungen, seinen Beistand für 1,7 Millionen syrische Binnengeflüchtete einzufrieren.

    Unter Deutschen wird indessen die existierende Humanität mit der Kontroverse ausgereizt, wer und wohin im Winter abgeschoben werden darf. Joachim Hermann, eine christsoziale Charaktermaske in Ministerwürden, sieht in den aus Serbien flüchtenden Roma das Gegenteil zu den Geflüchteten aus der syrischen Hölle. Der Unterschied, auf den Hermann beharrt, gründet nicht in dem Wissen, dass die Menschen in Haleb oder Raqqa genozidal bedroht sind. Der Unterschied, auf den es Hermann ankommt, liegt allein darin, dass weder die Militarisierung der europäischen Außengrenzen noch die Gewalt der ersten Natur, die in der Geografie lauernden Risiken, bei den Roma, deren Slums und provisorischen Behausungen in Serbien und Mazedonien denen der Geflüchteten in Duhok und Zaxo nicht unähnlichsind, zu zuschlagen vermögen. Zwischen Haleb und Bayern liegen zunächst Tonnen von Fassbomben Assads und die islamistischen Ganglands von Jabhat al-Nusra, Ahrar al-Sham und Da'ish und - für jene, die diesen Aggressoren entkommen sind - die riskantesten Routen, zu denen die Europäer die Geflüchteten zwingen. Über 3420 tote Flüchtlingeforderten im Jahr 2014 allein die Tücken des Meeres. Und selbst dort, wo die Gewalt der ersten Natur am gnadenlosesten zuschlägt, droht den Geflüchteten noch die Repression der zweiten Natur: „Pro Asyl“ dokumentiert systematische "Push Backs" an der griechisch-türkischen Front des europäischen Migrationsregimes. Maskierte Spezialkommandos inhaftieren Geflüchtete ohne jegliche Registrierung auf griechischem Territorium, um sie anschließend in die Türkei abzuschieben. Geflüchtete, die sich zur riskanten Überquerung des Meeres entschlossen haben, werden, sobald sie aufgegriffen werden, systematisch in türkische Territorialgewässer bugsiert, die Motoren ihrer schwimmenden Nussschalen sabotiert. Nahezu alle von „Pro Asyl“ dokumentierten "Push Backs" geschahen im Operationsgebiet der europäischen Frontex-Mission "Poseidon Land and Sea".

    Der Irak - mit Ausnahme Südkurdistans, wo sich inzwischen 1,4 Millionen Flüchtlinge aufstauen - droht mit den Attacken des "Islamischen Staates" auf Mosul und die Nineveh Ebene seine letzten Christen und Yeziden zu verlieren.** Was vom Irak bleibt, ist der Wahnsinn des konfessionellen Schlachtens, ein einziger Schatten Saddam Husseins und der Ayatollahs. Die multikonfessionelle Irakische Armee ist inzwischen weitgehend ausgehöhlt durch schiitisch-jihadistische und iranhörige Todesschwadronen (wie Asa’ib Ahl al-Haq, Kata’ib Hezbollah, Badr Brigade), der Irak weitflächig aufgeteilt zwischen "Islamischem Staat" und der khomeinistischen Despotie.

    Eine Katastrophe, in der sich die deutsche Geopolitik wie seither einzufühlen vermag. Während einerseits der Europäische Gerichtshof die Hamas rehabilitiert und andererseits die Verhaftungen von Kadern der PKK anhalten, trifft Niels Annen im Iran Ali Akbar Velayati und spricht mit ihm über beidseitige Interessen in Syrien und dem Irak. Bei Mehrnews, eine Regimeagentur, heißt es dann so: “This special cooperation could be in regard to combating terrorism, and the Islamic Republic has already exploited its full capacity and capabilities in this regard and will take all the necessary steps to fight terrorism,” said Velayati ... Annen also touched upon the threat of ISIL and said, “Iran and Germnay share common concerns especially over regional issues such as ISIL, Syria and Iraq. We are hoping to further consultations by exchanging ideas on these serious issues." Velayati , so die makabre Szenerie, wurde von einem deutschen Gericht 1997 als einer der Auftragsgeber der Mykonos-Morde benannt, bei denen in Berlin-Wilmersdorf der Generalsekretär der Partiya Demokratîk a Kurdistana Îranê (PDK-I) sowie weitere Genossen ermordet worden sind. In der argentinischen Justiz wurde 2013 ein Haftbefehl gegen Velayati gefordert für seine Verstrickung in ein antisemitisches Massaker in Buenos Aires mit 85 Toten.

    In Hamburg wurde unter Beteiligung des Autors dieses Blogs eine Kampagne der Solidaritätsinitiative für Şengal (Însîyatîva pishtgirîya bo Shingalê) und Roja Sor e.V. initiiert, mit der zu konkreter Solidarität mit den geflüchteten Eziden aufgerufen wird. Die Kampagne konzentriert sich darauf, das Gröbste zu organisieren, damit die Geflüchteten in Duhok und anderswo den Winter überstehen. Alles weitere (wie Kontodaten) ist dem Flyer der Initiative zu entnehmen (Seite 1, 2). Ich bitte eindringlich um Interesse und Großzügigkeit (eMail: hh.soli.shengal@gmail.com).

    *Am 18. Dezember brachen die ersten Peshmerga zu den ezidischen Selbstverteidigungsbrigaden durch. Durch den hierdurch eröffneten Korridor naht die Evakuierung der ins Gebirge Geflüchteten. 
    **“The Last Plight" von Suzan Younan & Sargon Rouel ist eine eindringliche Dokumentation dieser Katastrophe. 

    by CP Solidarity (noreply@blogger.com) at 19 Dezember 2014 , 03:43:12

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    18 Dezember 2014

    cosmoproletarian solidarity

    Free Saman


    Der Islamische Staat Iran droht mit der Hinrichtung von zehn Gefangenen als Vergeltung für den Hungerstreik von 27 politisch Inhaftierten in Urmiye (Rojhelat/Iranisch-Kurdistan). Saman Naseem ist einer von ihnen. Er wurde am 17. Juli 2011 als 17jähriger inhaftiert. Die Folterschergen des Regimes rissen ihm Finger und Fußnägel heraus. Unter Folter gestand er eine Beteiligung an einer militanten Aktion gegen die Pasdaran mit Todesfolge. Im Januar 2012 wurde er von einem Revolutionsgericht in Mahabad für schuldig befunden, "feindselig gegenüber Gott" (moharebeh) zu sein.



    by CP Solidarity (noreply@blogger.com) at 18 Dezember 2014 , 19:12:49

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    torsun

    10 Jahre Egotronic – Audiolith


    (Mittlerweile in die Jahre gekommen und religiös geworden. Lars Lewerenz und Torsun Burkhardt)

    Exakt heute vor 10 Jahren begegneten Lars Lewerenz -seines Zeichens Chef des ehrwürdigen Labels Audiolith- und ich uns zum ersten mal im Hausprojekt V36 in Berlin-Friedrichshain, in dem ich damals wohnte. Genosse Plemo, der zu jener Zeit schon auf Audiolith veröffentlichte, brachte uns zusammen. Wir verstanden uns sofort prächtig und Lars bat mich, ihm doch ein Paar songs vorzuspielen, was ich natürlich umgehend tat. Danach gingen wir Saufen.

    Am 21.12.2004 hinterließ er mir dann folgenden Kommentar auf meinem Blog:

    klingt nach ner vollen zeit, die ihr noch in der bar verbracht habt. voll geil mal mit dir zu quatschen. meld dich mal t. hab ne saugute idee!!!

    Ich rief Lewe umgehend an und noch während dieses Gesprächs wurde die erste offizielle Egotronic-Single (Luxus/Nein Nein) eingetütet, die Anfang 2005 erschien.
    Wir hatten also endlich unseren heiß ersehnten Platten-Deal beim besten label der Welt und Audiolith hatte von nun an eine Band unter Vertrag (oder besser Nicht-Vertrag, regeln wir doch seit Beginn unserer Zusammenarbeit alles per Handschlag) über die zu jener Zeit auf Indymedia folgendes geschrieben wurde:

    ist egotronic eigentlich ne antideutsche band oder eine band mit israelisch nationalistischer besetzung? es geht nämlich das gerücht rum das die bandmitglieder auch nen israelischen pass in der tasche haben.


    (Die israelischen Nationalisten Torsun und Hörm während einer Show 2003)

    Keiner von uns hätte damals gedacht, was aus dieser Allianz entstehen würde.

    Zur Feier des Tages gibt es jetzt bei Audiolith den Song „V36″ zum kostenlosen Download:
    KLICKEN, HÖREN, ZIEHEN!

    Ich für meinen Teil verweise an dieser Stelle auf den Mashup den ich vor Jahren zusammenschraubte…

    …und den man natürlich auch für Lau Ziehen kann:
    ZIEHEN!

    Mir bleibt zu sagen:
    Ich freu mich schon auf die nächsten 10 Jahre mit dem Label meines Vertrauens.
    AUDIOLITH FÜR IMMER! <3

    by kapsler hauser at 18 Dezember 2014 , 14:15:51

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    15 Dezember 2014

    classless

    Trotzkismus im Grünen

    Eine Woche nach dem “Acto” der PTS und einen Tag nach den nationalen Feierlichkeiten zum Jahrestag des Endes der letzten argentinischen Militärdiktatur vor 31 Jahren hielt die PO, die größte der drei trotzkistischen Parteien im FIT-Bündnis, ihr großes Jahresendtreffen in Form eines “Picnic” im wohlhabenden Norden von Buenos Aires ab. Zunächst war es ein bißchen lustig, vom Altherrenpodium den Großen Vorsitzenden Altamira sagen zu hören, daß die PO neben allem anderen, was sie und nur sie in den Jahrzehnten ihres Bestehens richtig analysiert, eingeschätzt und vorhergesehen habe, auch die einzige linksradikale Kraft sei, die in der Lage war, den generation gap zu überbrücken. Es wirkte, als wäre eine trotzkistische Version der “konkret” keine Zeitschrift, sondern eine Partei, und Gremliza würde nicht Editorials, Leitartikel und Expresskolumnen schreiben, sondern diese als Parteipolitik von der großen Bühne verkünden.

    Dann trat aber zwischen dem Podium und Altamiras Abschlußansprache (in der es wieder darum zu gehen schien, was er alles einst richtig analysiert und vorhergesagt hat) Miss Bolivia auf, die so ziemlich das Queerste ist, was in Argentinien gerade an Pop läuft – bisexuelle Inszenierung mit viel drastischem Slang zu Slum-Musik – und der Linie und dem Stil der PO ziemlich kraß zuwiderläuft: deutlich pro Cannabis, offen feindselig gegen Cops, die Frauen vorn auf der Bühne. Sie widmete ihr schickes Fuck-Off-Lied “Tomate el Palo” den “Institutionen, die die politische Unabhängigkeit der Arbeiter” bekämpfen und endete mit einer Ansage zu Mexico gegen das “Verschwindenlassen” von Menschen, egal “ob in Diktatur oder Demokratie”.

    Das war möglicherweise der größte denkbare Culture Clash, und irgendwie machte dieses Nebeneinander von großväterlicher, unangenehm kerliger Belehrung und diesem passend-unpassenden musikalischen Auftritt die ganze Veranstaltung insgesamt doch sympathischer weil einfach weniger durchorganisiert und viel widersprüchlicher als die der PTS.

    PO Picnic Miss Bolivia
    Miss Bolivia

    PO Picnic audience
    “Proletarier aller Länder vereinigt euch!”

    PO Picnic Altamira
    Altamira

    by classless at 15 Dezember 2014 , 16:57:38

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    torsun

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    13 Dezember 2014

    classless

    Deutschland wohlvertraut und anders

    Ich schau aus der Entfernung auf die Nachrichten aus Deutschland – die um sich greifende rassistische Mobilisierung ist in all ihrer Gruseligkeit und den leicht aktualisierten Inhalten doch wohlvertraut; aber eine offenbar ernstgemeinte Streikdrohung vom Beamtenbund ist wirklich neu, oder?! Gibt es vielleicht doch noch Hoffnung, daß in Deutschland auch mal richtig bzw. angemessen auf Krise und soziale Zumutungen reagiert wird?

    MSN: Beamtenbund droht Bahn mit ‘einem der schlimmsten Arbeitskämpfe’

    Aber, andere Frage: Streiken dann auch die Cops? (Wer weiß, vielleicht war ihr Gewährenlassen nach Ende der letzten Pegida-Demo schon Dienst nach Vorschrift…? ;-) )

    by classless at 13 Dezember 2014 , 16:11:11

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