09 Februar 2010

try again. fail again ...

besserscheitern


Mitschnitt der Veranstaltung am 7. Februar 2010 in der K9 (Berlin)

Staat.Nation.Dresden.Scheisse.
Von Bomben und Nazis, Gedenken und Deutschland.

Diskussionsveranstaltung mit Avanti – Projekt undogmatische Linke (No Pasarán!), ¡Venceremos! Antifa Dresden (Keine Versöhnung mit Deutschland) und TOP B3rlin

Der 13. Februar in Dresden hat Konjunktur: Die Stadt ist mittlerweile einer der wichtigsten Bezugspunkte für den deutschen Gedenknationalismus. Entsprechend divers ist das Spektrum derer, die an diesem Tag in Dresden deutsche Opfer betrauern: Tausende Nazis, die jedes Jahr auf dem europaweit größten Aufmarsch Stärke zeigen. Menschen aus ganz Deutschland, die in der Bombardierung Dresdens das passende Symbol für die „Leiden der Deutschen“ während des Zweiten Weltkrieges gefunden haben. Und schließlich diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die für einen (selbst)bewussten Umgang mit der deutschen Geschichte und Nation stehen, die an die europäischen Opfer erinnern und dabei sowohl gegen linken wie rechten „Extremismus“ sind.

In der radikalen Linken wird angesichts dieser Gemengelage seit Jahren diskutiert. Zentrale Fragen dabei sind immer wieder die nach der politischen Einordnung des bürgerlichen Gedenkens auf der einen Seite und des Naziaufmarsches auf der anderen Seite sowie nach Form und Ausmaß deren Verhältnisses zueinander. Ansatz und Richtung der Intervention leiten sich aus dieser Analyse ab und sind in der radikalen Linken ebenfalls umstritten.

Mit der Veranstaltung sollen ebendiese Diskussionen skizziert und anhand unserer Ansicht nach relevanten Fragestellungen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Hinblick auf Analyse, Praxisansätze und Perspektiven herausgearbeitet werden. Trotz aller möglichen inhaltlichen Differenzen liegt es in unserem Interesse – vor allem auch vor dem Hintergrund der aktuellsten Ereignisse – mit der Veranstaltung zu den Aktivitäten in Dresden zu mobilisieren.

(via)

by besserscheitern at 09 Februar 2010 , 13:18:33

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krawalla

[UPDATE:] things to come

next shows:

19 Feb @ MJC Picaud, Cannes, France *link*
20 Feb @ l’Embobineuse , Marseille, France *link*

17 Mar @ SXSW 2010, Austin, Texas (Club 115, 10 p.m.) *link*

26 Mar SHIBUYA underbar (+risu), TOKYO, 東京都 *link*
27 Mar KIGURUMI SHOW@HARAJUKU lov-lab (+ applehead!!!) TOKYO, 東京都 *link*
27 Mar @ Shelter - Shimokitazawa, TOKYO, 東京都 (+ akira) *link*
28 Mar Kouenji Green Apple -STYLE BAND TOKYO PARTY (+den!al) TOKYO, 東京都 *link*
02 Apr KITAKORE PARTY @ Tramp Room, SHIBUYA, TOKYO, 東京都 *link*
06 Apr tba, OSAKA, 大阪府 *link*

16 Jun NXNE 2010, Toronto, Canada *link*

"My ♥ bleeps noisy beeps" has been selected to be on the GDC Compilation CD. The GDC is the Game Developers Conference which is the world's largest professionals-only game industry event. The compilation CD will be given to every person of the over 18,000 attendees of the event. Exciting!
*link*


myspace
/ facebook

09 Februar 2010 , 12:23:00

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torsun

„CHATROULETTE IST DAS EINZIG GUTE AM INTERNET“

so heisst es zumindest bei viceland.

ob dem wirklich so ist, solltet ihr evt einfach selbst ausprobieren.

(dank an peter spector für den tipp)

p.s.: lasst euch von den pimmeln nicht nerven…. man kann sie ja weg-clicken.

by kapsler hauser at 09 Februar 2010 , 11:20:26

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fuer und gegen alles

ich verstehe trance nicht


sample, dann das immergleiche geschrabbel und alle gehen ab?

by schons at 09 Februar 2010 , 07:43:25

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08 Februar 2010

starblog

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merely thinking

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stil, irrelevanz ...

Erkenntnisse, auf die die Menschheit gewartet hat

Der Kölner Stadtanzeiger lässt uns wissen:

Adolf Hitler hatte neuen Forschungen zufolge schlechte Zähne und Angst vor dem Zahnarzt.

Danke liebe Wissenschaft. ♥

by ♥cmmnsm at 08 Februar 2010 , 13:55:41

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torsun

dresden in andere location verlegt:

die show beginnt jetzt schon etwas früher. bleibt trotzdem noch genügend zeit vorher etwas umzuschmeissen!

by kapsler hauser at 08 Februar 2010 , 12:52:25

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try again. fail again ...

besserscheitern


Der Überfall auf eine Hamburger Polizeiwache und ein Gebäude des BKA in Berlin hatte ja damals ein ein Riesenecho in den Medien erzeugt. Bei Ebay kann man jetzt ein Diorama vom Anschlag auf die PK16 ersteigern.

(via)

by besserscheitern at 08 Februar 2010 , 12:06:04

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merely thinking

Sportlich harte Moment aus den Superbowl Ads

Den/Die/Das Superbowl schau ich ja schon seit einigen Jahren nicht mehr, in Erinnerung geblieben ist mir, dass die besten Werbespots des US-Fernseh-Jahres in dieser Nacht laufen. Ein gewisser whirled hat die Spots auf ihre Essenz eingedampft. Die Gewalt. Der schöne Google-Spot ist natürlich nicht dabei.

(Via BoingBoing.)

–Update–
Bei Slate schreibt Seth Stevenson sehr kurzweillig über alle Superbowl-Ads. Das meiste war wohl ziemlicher Rotz, mit wenigen Ausnahmen. Google zum Beispiel, diesen Spot dürften die meisten bereits gesehen haben:

Ad Report Card has long considered the melding of practical sales pitch with uplifting emotion the holy grail of advertising, and here’s a prime example. Frankly, I’m getting a little of sick of Google doing everything right.

by Mmmatze at 08 Februar 2010 , 08:12:16

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cosmoproletarian solidarity

Solidaritätsaktionen für die Revoltierenden auf den Straßen Irans am 9., 10. und 11. Februar in Berlin, Wien und Frankfurt

Kritik im Sinne des Marxschen kategorischen Imperativs hat dort sich praktisch zu bewähren, wo Menschen, deren Kritik an den Herrschaftsverhältnissen zum existenzbedrohenden Wagnis wird. In der Islamischen Republik Iran droht Generalstaatsanwalt Gholam-Hossein Mohseni-Ejei jenen, die gegen den ‚Obersten Rechtsgelehrten’ revoltieren, mit dem Strick. Und Ebrahim Raissi, 2ter Mann im Justizministerium, zufolge haben die Revoltierenden mit „Stöcken und Steinen“ Gott den Krieg erklärt; dies wird im Iran mit dem Tode bestraft. Raissi gehörte im Jahr 1988 dem Teheraner Todeskomitee an, das die Exekutionen von tausenden politischen Gefangenen organisierte; Mohseni-Ejei überwachte in jener Zeit in den Gefängnissen Teherans die Hinrichtungen von „Mortads“ („Abtrünnige des Islam“) und „Heuchlern“. Amnesty veranschlagt die Hingerichteten im Jahr 1988 auf 4.500 bis 10.000, Nima Pavaresh spricht von 4.500 bis 5.000 und Nasser Mohajer von 12.000 Ermordeten. (Lektüreempfehlung: die ins Deutsche übersetzten Autobiografien von den Überlebenden der Gefängnismassaker Reza Ghaffari und Monireh Baradaran.) Im letzten Jahr, zwischen dem 9. und 16. Januar, zerstörten Bulldozer des Regimes die ‚Grabstätten der Ungläubigen’ auf dem südöstlich von Teheran gelegenen Khavaran-Friedhof; dort wurden im Jahr 1988 hunderte Hingerichtete in schleunigst ausgehobenen Massengräbern verscharrt. Nun bemüht das Regime erneut eine Verschwörung von Königs-MarxistInnen und Zion-Volksmujahedin gegen den Islam und denunziert die Revoltierenden als zu eliminierende Mortads.

In der Provinz Kordestan wurden am 11. November Ehsan Fattahian und am 6. Januar Fasih Yasamani hingerichtet; beiden wurde „Mohareb“ („in Feindschaft zu Gott“) vorgeworfen. Weitere 17 GenossInnen der „Partei für ein freies Leben in Kordestan“ warten in den Todeszellen der Islamischen Republik auf ihre Hinrichtungen, die bereits in den nächsten Tagen und Wochen drohen könnten. Am 29. Januar wurden Arash Rahmanipour und Mohammad-Reza Ali-Zamani hingerichtet, auch ihnen wurde „in Feindschaft zu Gott“ zur Last gelegt. Die „IRIB News Agency“ nennt die Ermordeten „zwei Kriminelle der Ashura-Riots“ – obgleich bekannt wurde, dass beide bereits Monate vor dem 27. Dezember eingekerkert waren. Auf dem gestrigen Teheraner Freitagsgebet gratulierte Ahmad Janati, Vorsitzender des Wächterrats, der Justiz zu den Hinrichtungen der ‚Gottlosen’. Hojatoleslam Gholam-Reza Hassani, der selbst bevorzugt mit Colt betet, forderte auf dem Freitagsgebet in Urmia, dass weitere ‚Feinde Gottes’ zügig hingerichtet und ihre Leichen über die Straßen Teherans gezogen werden. Im Dezember hatte der Kleriker den Tod von jenen Frauen („und ihrer Ehemänner“) verlangt, die den Hijab nicht respektieren.

Die Hinrichtungen verraten die Furcht der Islamischen Republik. Am 11. Februar jährt sich die ‚Islamische Revolution’; der 22. Bahman ist jener Tag, an dem das Regime Jahr für Jahr sich selbst feiert. Nicht allein um ihren Freunden in den Redaktionen nationalbolschewikischer Zeitungen, in den Staaten bolivarischer Volkstribune oder in den Ganglands islamistischer Rackets zu gefallen, ist die Islamische Republik Iran verpflichtet die von ihr offerierte Wehrgemeinschaft gegen Untugend und zionistische Konspiration durch die Straße, d.h. durch Aufmärsche verbürgen zu lassen. Ohne ritualisiertes Massenspektakel exhibiert sich die Islamische Republik als nackte Repression eines sich als Volksgemeinschaft lediglich halluzinierenden Regimes. Die freiheitsliebenden Menschen im Iran wissen von diesem Dilemma des Regimes. Seit Wochen prophezeien Parolen auf den Fassaden Teherans und anderswo den Exitus des Regimes am 22. Bahman.

Es sind zunächst Sachzwänge, seine Wut und Abscheu an jenen Tagen zu artikulieren, an denen auch das Regime zu seinen Aufmärschen mobilisiert. Da eMail- und Telekommunikation, auch mit Hilfe deutscher Technologie, weitgehend vom Regime überwacht werden und Menschen jenseits der Tage, die das Regime für seine Selbstinszenierung reserviert hat, unmöglich zu subversiven Zwecken sich sammeln können, bleibt fast nur eine Möglichkeit: die Regimeaufmärsche zu okkupieren. Während des al-Quds-Aufmarschs am 18. September, des Ehrentags der Besetzung der US-amerikanischen Botschaft in Teheran am 4. November 1979 und zuletzt an Ashura, jenem Tag des kollektiven Leidenkults in der schiitischen Märtyrerideologie: Die Revoltierenden fordern keine ‚wahrhafte’, ‚ursprüngliche’ Islamische Republik ein und gebärden sich ebenso wenig als ‚authentischere’ AntizionistInnen, sondern blamieren den regressiven Antiimperialismus des Regimes bis auf die Knochen. Zum al-Quds-Aufmarsch, auf dem Jahr für Jahr die Liquidierung Israels beschworen wird, riefen auch jene ReformislamistInnen auf, die dem „Spiegel“, „Stern“ usw. als authentische Autoritäten einer ‚iranischen Demokratiebewegung’ gelten. Der von der „jungen Welt“ als Strippenzieher der ‚Grünen Bewegung’ ‚demaskierte’ Mehrwert-Molla Hashemi Rafsandjani diagnostizierte Israel bereits als ein bösartiges Krebsgeschwür; denselben antisemitischen Jargon pflegt Mohammad Chatami, der als Staatspräsident (dieses Amt verpflichtet nahezu zu antisemitischen Sprüchen) von Israel als „nicht heilbare Wunde im Körper des Islam“ sprach. Doch während die islamistischen Loudspeaker mit „Tod Israel“-Parolen die Massen als antizionistische Einheitsfront zu formieren versuchten und die ReformislamistInnen unverändert am Staatsantisemitismus partizipieren, brüllte es aus den Kehlen freiheitsliebender Menschen immer wieder: „Marg bar Russie“ („Tod dem russischen Kollaborateur“ der I.R.), „Marg bar Chin“ („Tod dem chinesischen Kollaborateur“) und „Na Ghaze, na Lobnan, janam fadaye Iran“ („Nicht Gaza, nicht Libanon, mein Leben für den Iran“; hiermit ist weniger eine Verlagerung des Opferkults, weg von der Identifikation mit islamistischen Rackets hin zu einer exklusiven Unterwerfung unter die ‚eigene’ Nation, zu verstehen, sondern eine Abwehr antizionistischer Projektion, die das eigene Leiden auslagert und im ‚unbefreiten’ al-Quds konserviert). Bereits in diesen Parolen ist die Emanzipation eines Gros der Revoltierenden von den ReformislamistInnen, die sich um ein ‚demokratisches’, d.h. von der Bevölkerung legitimiertes Update der Islamischen Republik bemühen, zu konstatieren. Bemerkenswert auch, dass weder Mir Hossein Mussawi noch irgendein anderer Reformislamist zu Anti-Regime-Protesten am 27. Dezember aufgerufen haben; Mussawi werft nun „den Feinden des Iran“, namentlich den Vereinigten Staaten und Israel, vor, den Physiker Masoud Ali Mohammad ermordet zu haben (Tatsächlich weist vieles daraufhin, dass Auftragskiller der libanesischen ‚Partei Gottes’ den regimekritischen Mann ermordet haben).

An Ashura, jenem Tag im Monat Muharram an dem schiitische Gläubige Schmerz und Leid kultivieren, gab es die vermutlich blutigsten Riots seit dem Juni 2009. Es kam in Teheran zu Situationen, wo zuvor um sich knüppelnde Polizisten um Gnade flehten als sie von Revoltierenden eingekesselt worden sind. Immer wieder riefen Menschen am ‚heiligsten’ Tag im schiitischen Kalender „Marg bar asle velayat-e faqih“ („Tod der Herrschaft der Rechtsgelehrten“) und „Marg bar Chamenei“ („Tod Chamenei“, dem ‚Obersten Rechtsgelehrten’ der I.R.) – in etwa vergleichbar als würden in Rom an Weihnachten eine Masse von Menschen Parolen gegen Papst und Vatikan rufen (jedoch ohne dabei fürchten zu müssen, in einem jener Elsässerischen „Darkrooms“ zu verschwinden).

Wenn es auch nicht die ‚eigene’ Bevölkerung ist: Auf die Solidarität europäischer NationalbolschewistInnen und ordinärer Nazis kann sich die Islamische Republik verlassen. Gerhard Frey schwärmt vom germanophilen und antizionistischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad („National-Zeitung“, 8.1.2010) und Wilhelm Langthaler, Wiener Agitator des „Campo Antiimperialista“ und Gelegenheitsautor der „jungen Welt“, hält Ahmadinejad für die Verkörperung des „antiimperialistische(n) Moment(s)“ der Islamischen Republik. Dem „Campo Antiimperialista“ gelang es bereits die Hinrichtungen von „Mortads“ zu apologisieren: Schließlich hätten diese atheistischen IgnorantInnen sich geweigert, ein emanzipatorisches Moment des Islam anzuerkennen. Mit seiner Apologie einer „nötigen Härte“ gegen die Revoltierenden und der Phrase von einer „geschlossenen“ atomphysikbegeisterten Bevölkerung offenbart Langthaler die herrschaftsaffirmative Ideologie eines verkommenen Antiimperialismus: die Bassiji fungieren ihm als ideale Projektionsfläche regressiver Identität; die Individuen und deren Sehnsüchte dagegen verschwinden in den notorisch beschworenen „Volksmassen“, die in den Aufmarschbütteln des Regimes zu sich selbst kämen. Kürzlich rühmte der Ösi-Bassiji Langthaler das Manifest der libanesischen Tochterunternehmung der Islamischen Republik als Schablone „für die Vereinigung des Volkswiderstands“. Im Manifest der „Partei Gottes“ gilt Israel als „ewige Bedrohung“ von „Staat als (auch) Gemeinschaft“; seit „der Implantation des zionistischen Entität in Palästina“, raube Israel Land und Wasser (Israel sei ein Ding, nicht etwas solch Ehrwürdiges wie ein ‚Staat seines Volkes’). Weil die islamistische Elendsverwaltung selbst nichts anderes ist als die Verewigung des Elends, muss Israel notwendig als „ewige Bedrohung“ halluziniert werden wie deutsches Kino 1940 den Juden als ewig porträtierte. Dass Menschen im Iran sich dieser ‚ewigen’ Projektionsfläche verweigern, lässt Werner Pirker in der „jungen Welt“ das Scheitern des von Mahmud Ahmadinejad inkarnierten „linken Bonapartismus“ im Iran befürchten. Für KommunistInnen jedoch, denen es leid ist, dass das Wesen Mensch entindividualisiertes Herrschaftsmaterial ist, ist dies hinreichend Anlass kosmoproletarischer Solidarität:

Nie wieder Islamische Republik, Solidarität mit den wahrhaft mutigen ‚Mortads’ auf den Straßen Irans.

Für den 9. Februar ruft die
Worker-communist Party of Iran“ ab 12:00 Uhr zu Protest vor der Berliner Botschaft der I.R. (Podbielskiallee 67) auf; ab 17:00 Uhr wird u.a. der Verein iranischer Flüchtlinge in Berlin e.V. die Proteste fortsetzen. Am 10. Februar wird in Wien vor der Residenz des iranischen Botschafters (Lainzer Str. 28, Wien-Hietzing) demonstriert. Für den 11. Februar rufen die „Worker-communist Party“ und das Aktionsnetzwerk „Iran Solidarity“ von 11:00 bis 17:00 Uhr zu einer Mahnwache vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt am Main (Raimundstr. 90) auf. Des Weiteren wird es am 11. Februar in Hamburg Proteste gegen ein Propagandaevent der I.R. geben.

Cosmoproletarian Solidarity/Peyvand – Solidaritätsinitiative für die freiheitsliebenden Menschen im Iran

by CP Solidarity (cp_solidarity@yahoo.de) at 08 Februar 2010 , 06:58:20

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Hamburger Unzumutbarkeiten am 22. Bahman

Während Teheran in jenen Tagen von frommen Revolutionswächtern belagert wird, um jegliche Dissidenz zu verhindern, laden die Politik- und Unternehmensberatung des Taliban-Lobbyisten Christoph Hörstel und die ‚regimeeigene’ Orient-Okzident-Gesellschaft am 11. Februar zu einem Public Relation-Event für die Islamische Republik Iran ins Hamburger Kempinski-Hotel Atlantik. Die Orient-Okzident-Gesellschaft des Bahman Berenjian bietet „Islamischen Tourismus“, d.h. Agitprop-Touring durch die Islamische Republik (ob das Programm auch eine Stippvisite zu auf der Straße inszenierten Hinrichtungen beinhaltet, ist nicht bekannt). In der Mykonos-Klagesache nannte der Verfassungsschutz jenen Touristikunternehmer Berenjian als Berliner VEVAK-Kontakt der Mörder von vier iranischen Oppositionellen im Herbst 1992.

Der Einladung folgend obliegt es dem Berliner Botschafter der Islamischen Republik Iran, Ali-Reza Shaikh Attar (in der Einladung wie in der „jungen Welt“ als „Seine Exzellenz“ angesprochen), zusammen mit dem Querfront-Agitator Jürgen Elsässer, dem greisen Politikberater Prof. Dr. Steinbach, dem Lokalantisemiten Thomas Immanuel Steinberg und schließlich Christoph Hörstel, die I.R.I. am Jahrestag der islamischen Kontrarevolution, dem 22. Bahman gebührlich zu offerieren.

Elsässer wird vermutlich die Islamische Republik loben, dass sie ihm kein Proseccco-Verbot aufzwinge und im nationalsozialistischen Jargon bedauern, dass die Völker keine Struktur mehr hätten, um anschließend die Komplizenschaft von Autochthonen und zu Delegierten ‚ihrer’ Völker erhobenen KulturfunktionärInnen, den Dhimma-Status von Schwulen und andere Nothilfen gegen antinationales Individualistentum einzufordern. Elsässer hat sich hinreichend für das halboffizielle Kollegium der I.R. qualifiziert: Am 15. Juni vergangenen Jahres skizzierte er die revoltierenden Menschen auf den Straßen Irans als „Diskomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals“, beruhigenderweise hätten die Getreuen Mahmud Ahmadinejads „den einen oder anderen in einen Darkroom befördert“ (‚Darkroom’, so die Elsässerische Umschmeichelung islamistischer Mordspraktiken in Evin und anderswo).

Was bewegt eine krisenkapitalistische Charaktermaske wie Elsässer zur Verbrüderung mit islamistischen Schwulenmördern? Zwanghaft drängt die Ideologie von ‚gerechter’ Herrschaft in der von ‚Spekulantentum’ befreiten kapitalen Produktionssphäre nach ihrer geopolitischen Verwirklichung, weil das Bedrohliche ‚da draußen’ lauere. (Elsässer propagiert „anderes Geld“, d.h. die Regionalisierung des Geldfetischs, verteidigt das ‚produktive’, sich national verortende Kapital gegen „vaterlandslose Gesellen“ usf.). So wie ‚der Jude’ in der nationalsozialistischen Ideologie die Spekulationssphäre, die in das Reich ‚gerechter’ Lohnarbeit, Warenform und Reichsmark einbreche, personifiziert, gilt Israel den antizionistischen Charaktermasken als Unding, das in einer in sich verkehrten, fetischistischen Welt ‚naturhafter’ Verdinglichung als die Staat gewordene ‚Destruktion’ der Völker erscheint. (Tatsächlich sind die Völker lediglich zu Kulturkasernen abgespaltene Herrschaftseinheiten, in denen das Individuum zur absoluten Identität zwangsverpflichtet ist.) Und so wie die antisemitische Internationale für das Völkerversprechen der Islamischen Republik – „The World without Zionism“ – sich begeistert, gilt ihr die revoltierende Bevölkerung im Iran als den Volkswillen sabotierende Bande, die in der „jungen Welt“, dem „Intifada“-Fanzine des „Campo Antiimperialista“, der „National Zeitung“ des Gerhard Frey, von der „Deutschen Volksunion“ usw. gleichsam denunziert wird. Dass, nicht nur während des al-Quds-Aufmarschs, Menschen auf den Straßen Teherans und anderswo die antizionistische Projektionsfläche lautstark von sich weisen, setzt sie einem schlimmeren Verdacht aus: AgentInnen antinationaler Subversion zu sein.

Wer sind die anderen Kathederantisemiten am 11. Februar? Prof. Dr. Steinbach lotste 31 Jahre das „Deutsche Orient-Institut“, den Expertenverein des im Jahre 1934 von I.G. Farben, Siemens und anderen deutschen Unternehmen initiierten NuMOV. Hierbei pflegte er leidenschaftlich den kritikfreien Dialog mit ausgewiesenen Antisemiten, etwa mit Mohammad-Ali Ramin, Organisator des Teheraner Kolloquiums „Mythos Holocaust“, auf dem unter anderen David Duke, pensionierter „Grand Wizard“ des Ku-Klux-Klans, Georges Theil von der französischen „Front National“ usw. fachsimpelten. Als Pensionär wendet sich Steinbach nun der Straße zu: Etwa bei den antisemitischen Aufmärschen Anfang 2009, auf denen er seine Hoffnung verriet, dass der Tag nahe, an dem „der Goliath besiegbar“ ist. Als Steinbach prophezeite, es werde nicht lange dauernd und die Katjuschas schlügen in Tel Aviv ein, geriet der Mob außer sich.

Christoph Hörstel war zunächst Korrespondent und Redakteur der ARD, hiernach sicherte er Siemens einen Auftrag für`s irakische Mobilfunknetz und coachte ISAF-Bundeswehrsoldaten. Als Politikberater bemüht er sich um die Rehabilitierung der Taliban. Diese wären antikorrupt und kaum machtversessen, kokettieren lediglich mit „den beiden Ministerien für Erziehung und Recht“, d.h. mit der Hoheit auf die religiöse Dressur des Menschen zum demütigen Verwalter des eigenen Elends. „Seine Exzellenz“, der Botschafter der Islamischen Republik Iran in Berlin, Revolutionsgardist Ali-Reza Shaikh Attar, war bis 1985 Provinzgouverneur Kordestans und des westlichen Azerbaijans. Zu jener Zeit wurden von den Pasdaran vor allem in Kordestan tausende Regimefeinde ermordet oder in die Flucht gezwungen.

Während in Hamburg sich die antisemitische Querfront für den 11. Februar ankündigt, droht Hossein Hamedani, Kommandeur der Teheraner Bassiji-Milizen, jenen, die vorhätten den ‚Tag der Einheit’ am 22. Bahman zu stören. Die revoltierenden Menschen seien so etwas wie ein ‚Anti-Volk’ und das ‚wahre Volk’ erwarte, dass die Revolutionswächter die Proteste zerschlagen, so Hamedani. Und Ebrahim Raissi, 2ter Mann im Justizministerium, bestätigte, dass in den nächsten Tagen weitere neun ‚Feinde Gottes’ hingerichtet werden. Zuletzt wurden am 28. Januar zwei „Chaoten der Ashura-Riots“ (IRIB) hingerichtet.

Solidarität mit den revoltierenden Menschen des 22. Bahman und den politischen Gefangenen in den ‚Darkrooms’ des Regimes, die antisemitische Internationale angreifen! Für den 11. Februar rufen u.a. die „Worker-communist Party of Iran“, die Solidaritätsinitiative „Peyvand“, die „Hamburger Studienbibliothek“ und „Stop the Bomb“ ab 17:00 Uhr vor dem Hotel (An der Alster 72-79) zu Protesten auf.

Aufruf der „Hamburger Studienbibliothek“ hier. Weiteres zum 22. Bahman und zu Protestaktionen am 9.2 in Berlin, 10.2 in Wien und 11.2 in Frankfurt am Main hier.

by CP Solidarity (cp_solidarity@yahoo.de) at 08 Februar 2010 , 02:56:58

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07 Februar 2010

stil, irrelevanz ...

Found

oder wie ein Indymedia-Artikel den Kommunismus zerstörte:

Der Vordenker des Kommunismus, ließ sich 8 Jahre vor dem Kommunistischen Manifest wie folgt zitieren:

„FRIEDRICH ENGELS (Deutscher Denker):
Wir wollen aufhören, die Narren der Fremden zu sein und zusammenhalten zu einem einzigen, unteilbaren, starken, freien deutschen Volke!

Appell aus dem Jahre 1840 (Quelle: www.politikforum.de)“
Also ich finde, besser hätte es Hitler auch nicht sagen können…


Jetzt ist es soweit, alles kaputt, das Werk von Marx und Engels erledigt. So sieht es aus das Ende der Geschichte.

by ♥Thekenatze at 07 Februar 2010 , 19:39:52

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yet another photoblog

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merely thinking

We Loyal starten senkrecht!

Wenn das mal keine Vorschusslorbeeren sind: 78s-Kollege und Namensvetter Menzl überschlug sich gestern vor Begeisterung. “Mein Begeisterungsbarometer ist wegen der Basler Band We Loyal kurzerhand geborsten.” Nicht zu unrecht! Ich hatte ja schon im Herbst das Vergnügen, Sandro, Ben und Fabian live zu erleben, als ich mit Mañana im Herbst 09 auf Deutschland-Tour war.

Und jetzt also die erste EP. “Obstacles” zeigt We Loyals Schokoladenseiten: Tanzbarkeit, eine gewisse Deepness in Musik und Text, irgendwo zwischen dunklem Postpunk à la Joy Division, verträumter Phantom/Ghost-Melancholie und modernem Electro-Pop aus dem Hause DFA. Böse Zungen stoßen sich am “etwas dünnen” Gesang, aber ich sag mal: Das wird schon noch! Ab dem 12. Februar gibt es die EP, die Scheibe kann man jetzt schon im 78s-Soundsystem vorhören – ebenso wie einige Remixe (hinter JJJK verbergen sich Jenny und Jan von Mañana). Am gleichen Tag ist übrigens auch Plattentaufe mit laFayette in Basel.

by Mmmatze at 07 Februar 2010 , 17:30:46

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stil, irrelevanz ...

II

Blog-Gebrutstage stehen für Nonsens. Trotzdem ist der von EinBlog immer ein Freudentag. Heute ist es mal wieder soweit, Josef Ackermann und EinBlog feiern in trauter Runde in Atlantis Geburtstag. Es könnte nichts schöneres geben, nach einem weiteren Jahr stilistisch Irrelevantem und einem Haufen Bewegungsmangel, oder auch linkem Boulevardjournalismus.
289 Beiträge haben in dieser Zeit das Licht der Welt erblickt, gepaart mit 1151 Kommentaren, die sich auf 18 Kategorien aufteilen. Hier lässt sich insgesamt 523 mal ein einzelner Beitrag angucken und dazu 1.838 Kommentare, geschrieben in 730 Tagen von unzähligen Autor_innen.
Jetzt also mit vollster halber Kraft und einem verdreifachten Team auf ins Jahr Nummer III.
Ich möchte mich noch bedanken, für Diskussionen, Witzeleien und gemeinsames Rumgelulze, für Verlinkungen und Hasstiraden, ganz besonders allerdings für persönlichen Support in echter wie virtueller Welt, fürs Hass teilen und feiern, für Trost und Anregungen. Bleibt uns gewogen. Ach ja, ich hab letztes Jahr schonmal zum Geburtstag ein Geschenk für euch versprochen, ich glaube es ist damals dann 4 Monate später gekommen, ich mach das dieses Jahr wieder und wage fast zu prognostizieren, dass es schneller geht.

Happy Birthday, EinBlog, my real Teenager Gang:

Minilogue – My Teenager Gang

by ♥Thekenatze at 07 Februar 2010 , 14:09:37

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merely thinking

Blogging mates – Stepcamera

Mein Leipziger Lieblings-Kollege Jörn aka Kukidenta hatte es mir Ende vergangenen Jahres schon mal angedeutet, seit dem 09. Januar ist das Blog-Projekt Stepcamera online. Zusammen mit dem Kollegen Millejano (und offensichtlich den weiteren Co-Bloggern Mr. Unbenannt und Shortee) schreibt er über Elektronika im weitesten Sinne. Gern mit Breakbeats, gerne Dubstep und Artverwandtes. Nach gut einem Monat wage ich zu sagen: Das könnte eine sehr hochwertige Quelle für Freunde von tanzbaren Tunes werden! Dig it!

by Mmmatze at 07 Februar 2010 , 10:26:57

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Hautverschönerung vom Buena Vista Tattoo Club

Zum Teil ziemlich coole Tattoos machen sie beim Buena Vista Tattoo Club in Würzburg. Vor allem die aus der Kategorie “Realistic Trash Polka” gefallen mir. Weiß jemand, ob die, bzw. der betreffende Stecher, in der Szene bekannt sind?

(Via Twitter, irgendwie.)

by Mmmatze at 07 Februar 2010 , 08:54:50

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try again. fail again ...

besserscheitern


Another Day kam neulich mal drauf zu sprechen, als ich in seiner Küche zu Gast war, aber ich wusste da noch nicht, dass Pantha du Prince ein neues Album an den Start bringt. Das ist nun eine Weile her und das Ding ist draußen. Daher hier nun ein Youtube-Video zu “Stick To My Side”.

(P.S.: Wenn another day ne ausführliche Besprechung machen will, poste ich die auch. ;) )

by besserscheitern at 07 Februar 2010 , 01:05:48

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06 Februar 2010

phex

Kritik und Politik

In der letzten Ausgabe der Jungle World findet sich in dem Artikel über die FDP Spendenaffäre im letzten Abschnitt noch ein Hinweis an die fundamentale Kritik der kapitalistischen Gesellschaft welcher so oder ähnlich öfters zu vernehmen ist:

In der radikalen Linken gehörte es in den vergangenen Jahren zum guten Ton, selbst die offensichtlichsten Unverschämtheiten der Charaktermasken in Kabinett und Kapital abgeklärt als normale Begleiterscheinungen des Alltags im Kapitalismus abzutun. Man kaprizierte sich darauf, all jene als Populisten, Naivlinge oder gar als Propagandisten einer verkürzten personalisierenden Kapitalismuskritik zu bezeichnen, die sich über Bonuszahlungen an Manager, aus schwarzen Kassen finanzierte gelbe »Gewerkschaften« und erkaufte Steuersenkungen empörten.

Was aber vor zehn Jahren noch als kalkulierter Tabubruch gegenüber einer gutmenschenhaft gedankenlosen und jeder gründlicheren Kapitalismuskritik abholden NGO- und Bewegungslinken durchgehen konnte, ist mittlerweile zur leeren Geste geworden, die kein nennenswertes Kritikpotenzial mehr beinhaltet. Wer sich über eine derart dreiste und korrupte Klientelpolitik nicht mehr empören kann, hat offensichtlich jeden gesamtgesellschaftlichen Blick verloren.

Es ist ja richtig, dass Empörung über, und bei Gelegenheit Widerstand gegen, besonders dreiste schweinereien angebracht und nötig ist. Und es ist zu bedauern, dass es in Deutschland keine Liberalen gibt welche das wirksam übernehmen könnten, und dass es scheinbar die Aufgabe der radikalen Linken zu sein hat diese Aufgabe zu stemmen.
Ich denke es sollte aber nicht der Unterscheid zwischen einer radikalen Kritik dieser Gesellschaft und praktischen Verbesserungsvorschlägen übersehen werden. Denn welche Konsequenz ergibt sich daraus, wenn die Korruption bei Parteien bemängelt wird oder auf besonders Arbeitnehmerfeindliche Praktiken eines Unternehmens hingewiesen wird? Die Korruption soll aufhören und der Arbeitnehmer soll netter zu seinen Untergebenen sein beziehungsweise die Arbeiterinnen und Arbeiter sollen sich nicht alles gefallen lassen und sich auch mal zu wehr setzen. Was sicherlich beides zu unterstützen ist. Aber wenn dieses dann geschehen ist hat man halt Parteien ohne unmittelbare Korruption und angenehmere kapitalistische Ausbeutung. Also immernoch Staat, Kapital, Nation, Ware, Arbeit…
Wird jedoch deutlich auf die Notwendigkeit hingewiesen, mit welcher im Kapitalismus Elend, Leid und Unvernunft produziert werden ist die Konsequenz eine andere: Diese Gesellschaft wie sie ist muss abgeschafft werden zugunsten einer durch die Kritik negativ bestimmten befreiten Gesellschaft: Communismus.
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Neuigkeiten von der Hamburger antiimperialistischen Front:

Zum einen gab es einenErneuten Überfall von B5-Aktivisten auf Antisemitismusgegner

Und zum anderen: am 11. Februar soll im Hamburger Kempinski-Hotel eine Irankonferenz stattfinden mit unter anderm Jürgen Elsässer, dem Menschen von Steinbergrecherche, dem iranischen Botschafter und anderen Freunden des iranischen Regimes. „Allen Referenten ist gemein, dass diese durch antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen in der Vergangenheit von sich reden gemacht haben und die Diktatur im Iran propagandistisch unterstützen.

Die „Worker-communist Party of Iran“, die Solidaritätsinitiative „Peyvand“ und „Stop the Bomb“ rufen ab 17:00 Uhr vor dem Hotel (An der Alster 72-79) zu Protesten auf.

Mehr zu alledem bei Cosmoproletarian solidarity.

edit: Von der Hamburger Studienbibliothek gibt es nun auch einen Aufruf.

by phex at 06 Februar 2010 , 23:38:51

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besserscheitern


Noch mal was mit Widmung. Das hier geht an den Berberking, der so gerne Whisky anderes Braunes säuft:

by besserscheitern at 06 Februar 2010 , 23:28:51

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besserscheitern


… und die UK Funky WG. :D (Na ja, so ganz stimmt das ja nicht. :P )


(/via)

by besserscheitern at 06 Februar 2010 , 19:11:50

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Frau überfallen – Bierflasche erbeutet.

Mitte

# 0251

Opfer eines Überfalls wurde eine 57-Jährige gestern Abend in Moabit. Ein Unbekannter tippte der Frau gegen 21 Uhr 15 an der Kreuzung Perleberger Straße Ecke Birkenstraße von hinten auf die Schulter, bedrohte sie mit einer Schusswaffe und verlangte Geld. Sie gab an, kein Geld dabei zu haben und streckte dem Räuber stattdessen eine Bierflasche entgegen. Der Mann nahm die Flasche mit den Worten „passt schon“ und flüchtete in Richtung Rathenower Straße. Das Opfer blieb unverletzt.

Polizei-Ticker Berlin. Könnte fast lustig sein, wenn´s nicht sone scheiß Aktion wäre, jemanden zu überfallen. Props an die Frau. Das´ Berlin. Sowas lernt man nicht in Schwaben. :D

by Wendy at 06 Februar 2010 , 18:19:37

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merely thinking

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starblog

Der Mc unter den Fits

Den Hinweisen aus den Kommentaren vom letzten Fitness-Bericht folgend, war ich letzte Woche mal dort, wo jede/r preisbewusste Freizeitsportler_in vermutlich irgendwann ankommt:

McFit, die Fabrik der proletarischen Koerperertuechtigung. Beim Anblick der wabernen Menschenmassen fuehlt man sich taetsaechlich an eine Fabrik erinnert. Um es vorwegzunehmen: Die Herren Doktoren Klitschko waren nicht da und einen Sandsack gibt es auch nicht. In den Genuss eines kostenlosen Probetraining zu kommen ist allerdings denkbar einfach. Ohne Termin und nervige Trainerbegleitung bedeutet das, einfach hinzugehen, die Frage nach Erfahrung im Umgang mit Fitnessgeraetschaften zu bejahen und dann sich unter die waberne Sportmasse zu mischen. Kontrolle oder Zeitbegrenzung gibt’s nicht. Was natuerlich die besonders sparsame Variante ins Spiel bringt, das nacheinander bei allen 20 oder 30 Mcfits in Berlin zu machen und dann wieder von vorn zu beginnen.

Damit Du auch richtig merkst, dass Du Dich nun ganz unten in der Wertschoepfungskette der Koerpervermarktung befindest, musst Du ein Vorhaengeschloss mitbringen. Damit wird der Schrank verschlossen. Es geht also immer noch etwas primitiver, was ich nach American Fitness mit dem 60er-Jahre-Schranksystem eigentlich kaum fuer moeglich hielt. Verlierst Du den Schluessel oder streikt Dein Vorhaengeschloss, hast Du ein privates Problem. Support durch die Fabrik-Aufsicht ist neben kostenintensiven Schliesssystem-Schnickschnack somit auch direkt wegrationalisiert. Fuer Wertsachen gibt es uebrigens extra kleine und beaufsichtigte Schliessfaecher (noch ein Schloss mitbringen) direkt neben dem Eingang. Da an jedem zweiten Umkleideschrank der Hinweis haengt, Wertsachen nicht in diesen zu lassen, vermute ich einen ernsthaften Grund fuer diese Klau-Paranoia.

Erfahrung im Umgang mit Fitnessgeraeten bedeutet bei mir uebrigens, ich weiss, dass ich irgendwo dran ziehen oder druecken muss, gucke mir an, was die anderen so machen und turne es nach. Eventuell lese ich mir noch den kleinen Zettel am Geraet durch. Die Auswahl an verschiedenenartigen Maschinen in der Fintnessfabrik ist allerdings sehr ueberschaubar, von allen Typen sind mehrere vorhanden.

Da es gegen 19.00 Uhr sehr voll war, war gewisse Flexibilitaet im Ablaufplan noetig. Da ich kein richtiges Trainingsprogramm habe, reicht mir das aber. Als demografischer Ueberblick ueber die waberne Masse seien die Eckpunkte genannt: hoher Anteil Nichtdeutscher, hoher Frauenanteil, kaum Stresstypen, keine nervigen Paerchen. Also positiv, nicht unbedingt erwartungsgemaess. Es wird fleissig Sport getrieben und damit hat sich das.

Sinnlose Kurse sind im Preis nicht inklusive, weil es einfach keine gibt. Duschen muss uebrigens extra bezahlt werden. In meinem Fall natuerlich ‘muesste’, da ich diese exzessive Koerperreinigung fuer eine kleinbuergerliche Marotte halte. Parken ist zumindest bei Mcfit am Moritzplatz direkt vor der Tuer ohne zusaetzliche Kosten moeglich.

Es wurde uebrigens auch nicht versucht, mir irgendeinen Vetrag aufzudraengeln. Ich wurde das aber eher darauf zurueckfuehren, dass die Leute an der Fabrik-Aufsicht einfach den Ueberblick verloren haben.

Ergo: Umgebungsvariablen im Verhaeltnis zum Preis stimmen, ich denke darueber nach.


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by saltandvinegar at 06 Februar 2010 , 10:50:14

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Verwaltungsgericht läßt Nazis durch Dresden marschieren

>>Das Gericht schrieb zur Begründung, der Staat sei gehalten, angemeldete Versammlungen vor Störungen Dritter zu schützen. Gegen die angemeldete Veranstaltung selbst dürfe nur im Falle des »polizeilichen Notstandes« vorgegangen werden – den sah das Gericht nicht als gegeben. (Neues Deutschland)

Die Sächsische Zeitung gibt die Position des Verwaltungsgerichts so wieder:

>>Nach dem, was vorgelegt wurde, könne nicht angenommen werden, dass die Polizei personell oder organisatorisch nicht in der Lage sein werde, die Gefahrenlage zu beherrschen und insbesondere die JLO-Versammlung vor Störungen durch Gegendemonstranten zu sichern. Es bleibe daher bei der angemeldeten Strecke für den Aufzug.

Bild berichtet von 46 Einsatzhundertschaften der Polizei und 15000 erwarteten Nazis.

Auch das Ordnungsamt trat diese Woche auf den Plan:

>>Am 30. Januar, dem Tag der so genannten Machtergreifung fungierte Julia Bonk (MdL, Die Linke) als Anmelderin für ein Probesitzen. Nach einigen gerichtlichen Auseinandersetzungen hatte sie das Recht zugesprochen bekommen, sich zusammen mit anderen auf den Platz vor der Synagoge zu setzen. Die Polizei fand nichts zu beanstanden. Nun tritt jedoch das Ordnungsamt nach. Bonk sei unzuverlässig, das haben die Erfahrung mit der Veranstaltung gezeigt, da dort doch Blockaden eingeübt worden wären, meldet die DNN (Dresdner Neueste Nachrichten) in ihrer heutigen Ausgabe. Daher soll ihr verboten werden, als Anmelderin während des 13. Februars bei Protesten aufzutreten. Angemeldet ist von ihr eine Kundgebung am Hauptbahnhof.

Am Sonntagabend findet in der K9 eine Diskussionsveranstaltung zu Dresden mit Avanti – Projekt undogmatische Linke (No Pasarán!), ¡Venceremos! Antifa Dresden (Keine Versöhnung mit Deutschland) und TOP B3rlin statt.



Mobilisierung zum größten Naziaufmarsch in Europa - in Gestalt der NPD-Parteizeitschrift direkt im Zeitungsständer der Bahnhofsbuchhandlung in Weinheim

by classless at 06 Februar 2010 , 10:20:09

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05 Februar 2010

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besserscheitern


Neue Beweisanträge – Prozess geht weiter

Der Prozess gegen die Angreifer von Pölchow am Landgericht Rostock geht weiter. Nachdem die Anwälte der Nebenklage und der Verteidigung neue Beweisanträge gestellt haben wird es vor einer möglichen Verurteilung mindestens zwei weitere Prozesstage geben. Gehört wurden am heutigen Tage drei Polizisten, die über ihren Einsatz unmittelbar nach dem brutalen Übergriff aussagten. Einer der Beamten berichtete dabei von vielen Blutspuren und ausgerissenen Haarbüscheln im zerstörten Zugabteil. Da bereits viele Zeugen die Nazis -mit einziger und daher prägnanter Ausnahme des Angeklagten Grewe- als kurzhaarig beschrieben haben, ist dies als weiteres Indiz dafür zu werten, dass es sich bei Grewes Erklärung vom Prozessauftakt um eine Schutzbehauptung handelt.

An den folgenden Prozesstagen sollen u.a. die widersprüchlichen Aussagen des Lokführers durch weitere Zeugen überprüft werden. Dabei geht es um die Behauptung die zugestiegenen Festivalbesucher_innen seien ausnahmslos schwarz-vermummt gewesen. Des weiteren will die Verteidigung weitere Nazis hören, die in Pölchow aus dem Zug geworfen worden sein sollen. Für den folgenden Verhandlungstag ließ der Angeklagte Franke ankündigen, dass er eine Einlassung machen wolle.

Viele Nazis im Publikum

Eine Besonderheit des vierten Prozesstages stellte die große Zahl von Rechten dar, die sich in Rostock einfanden. Aus allen Teilen des Bundeslandes waren Nazis angereist, um die kränkelnde lokale Szene der Hansestadt beim Prozessbesuch zu unterstützen. Gemeinsam störten die Rechten die Verhandlung, bedrohten Besucher_innen des Prozesses und verhöhnten einen aussagenden Betroffenen. Dem Zeugen rief ein stadtbekannter Naziaktivist und Studienabbrecher zu, dass sie [die Nazis] seine Adresse auch schon hätten um ihm mit weiteren Gewalttaten zu drohen.

Wer weder ökonomisch noch sexuell auf seine Kosten kommt, hasst ohne Ende.

Interessante Randnotiz stellt dabei das bezeichnende Geschlechterverhältnis der anwesenden Naziszene dar. Über dreißig Männer und zwei Frauen – das spricht eine eindeutige Sprache. Dies mag auch die obessive Beschäftigung mit Sexuellem erklären, die die anwesenden Nazis immer offenbaren, wenn sie sich einen Moment lang unbeobachtet fühlen, als auch ihre zwanghaft erscheinende Vorliebe für sexistische Beleidigungen. Wer -durch eigene Versagungen zum einen und fehlende Möglichkeiten zum anderen- nie die Möglichkeit hat seinem Begehren nachzugehen, kann kein erwachsenes und erfülltes Verhältnis zur eigenen Sexualität entwickeln. Nazis wollen daher, wie es bereits Adorno und Horkheimer in den “Elementen des Antisemitismus” schrieben, keine Entspannung dulden, weil sie keine Erfüllung kennen; sie hassen ohne Ende.

by besserscheitern at 05 Februar 2010 , 20:10:18

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karwan baschi

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Paradise Circus im Gui-Boratto-Remix

Vom Vintage-Porno-Video zu Massive Attacks “Paradise Circus” hatte ich es ja an anderer Stelle schon mal. Jetzt sorgt der Gui-Boratto-Remix für orgiastische Begeisterungsspasmen. Dance, sucker!

by Mmmatze at 05 Februar 2010 , 18:32:59

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Kunst, beidhändig

SUSO33 malt mit zwei Händen gleichzeitig. Was dabei rauskommt, sieht dafür ziemlich gut aus. Und spätestens beim Tag hätte ich mir die Schulter ausgekugelt.

by Mmmatze at 05 Februar 2010 , 17:48:38

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ARAB-Veranstaltung: „DDR – Die radikale Linke und der realsozialistische Versuch“.

Die Mitschnitte zur Diskussions-Veranstaltung der „Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin“ zur DDR sind endlich online und so konnte auch ich mir ein Bild davon machen, wie interessant und erkenntnisreich die Sache wirkich war. Auf den Indymedia-Artikel, der zeitnah erschien und von einem ziemlich enttäuschten Besucher der VA geschrieben wurde, wollte ich mich nicht verlassen. Leider muss ich nach dem Durchhören der Veranstaltung in den negativen Ton des Indy-Beitrags einstimmen. Angekündigt war der Versuch, zu bestimmen, „was die DDR eigentlich war“. Das ist erstmal sehr vernünftig und natürlich bitter notwendig, wenn man sich einen Kopf darüber macht, wie man als „radikale Linke“ zur DDR stehen soll bzw. was man davon halten soll, wie sich die Linke und der gesellschaftliche Mainstream gerade zur DDR verhalten. Dies fand schlicht und ergreifend nicht statt

Der Beitrag des ehemaligen DDR-Linken ist ziemlich inhaltslos. Was trägt es zur Diskussion bei, wenn man davon hört, dass der Genosse relativ sorgenfrei aufgewachsen ist, keine Probleme damit hatte, auf dem Bau zu lohnarbeiten oder Blues mochte? Gegen Ende kommt er mal zur Sache und bekennt sich noch schnell dazu, kein Ende der DDR, sondern eine Neuauflage des Sozialismus im Sinn gehabt zu haben, als er sich in der DDR-Linken organisierte. Der nächste bitte!
Oder vielleicht doch nicht? Der Vortrag des ehemaligen DDR-Militärs ist reichlich simpel: Die DDR ist zu verteidigen, als Linker hat man sich zu ihr zu bekennen – ohne wenn und aber! Schließlich war sie ein Versuch, den Sozialismus zu machen. Und gegen die Vereinigung deutschen Volkes und Nation hat die DDR sich auch nie gestellt. Sagt´s und verweist auf das schwarz-rot-goldene Leichentuch, welches die Genossen von der Antifa wohl an der Wand befestigt haben. Auf die wird übrigens nochmal in einer Wortmeldung eingangen – dieser jedoch kritisiert den Nationalismus und streicht die Verrücktheit heraus, dass sich vermeintliche Linksradikale, Sozialisten und Kommunisten positiv auf die nationale Klammer der Klassengesellschaft, die man eigentlich bekämpft, zu beziehen!
Wie hält es der NVA-Haudegen nun mit dem Sozialismus? Ganz ohne Begründung kommt ja auch er nicht aus. „Errungenschaften“ sind für ihn Einrichtungen der DDR, welche Kommunisten gerade als Identität zum bürgerlich-kapitalistischen Staats- und Wirtschaftswesen identifizieren: Sozialstaatliche Transfer- und Sicherungsleistungen aller Art, eine bestimmte Organisation der Lohnarbeit, ein bestimmter Umgang mit dem Eigentum. Gut finden soll man das aus zwei Gründen. 1.: Die soziale Bilanz der DDR ist (angeblich) in dieser Hinsicht besser als die der BRD und anderer kapitalistischer Staaten, 2.: Die SED hat es furchtbar gut mit den Arbeitern gemeint und in sozialistischer Absicht gehandelt. Schön und gut, aber das Arbeiterbeglückungsprogramm der Realsozialisten nehme ich trotzdem unter Lupe. Diese Vergleicherei hat übrigens nach den Aufzeichnungen fast der gesamte Saal und alle Referenten mitgemacht.
Auch Inge Viett, eine RAF-Militante, die gegen Ende der DDR von der BRD in den Osten geflohen ist. Die kramt dazu noch den „Historischen Materialismus“ aus und benennt einige der Rahmenbedigungen der DDR-Genese: Weltkrieg, Reparationszahlungen, Besatzung und Sozialismus per Dekret anstatt per Revolution, das damalige Volk war auch nicht sonderlich revolutionär gestimmt und industriell hat Deutschlands Osten damals auch gegen den Westen abgestunken. Stimmt auch alles. Trotzdem bleibt zu kritisieren, dass von Seiten der SED nicht einmal der Versuch unternommen wurde, mit den ihnen unterstellten Ostdeutschen einen Sozialismus auf die Beine zu stellen.
Überhaupt: Die gesamte gesellschaftlich-staatlich-politische Seite des Realsozialismus bleibt während der Veranstaltung fast unerwähnt. Bürokratismus, Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiterklasse, Herrschaft und Kommando statt gesellschaftlicher Planung, Repression statt Diskussion und nicht zuletzt Verfolgung von und Mord an tausenden Kommunisten in der DDR und vor allem in den sozialistischen Bruderstaaten.
Auch zu dieser komischen Masche der Analyse hat Inge Viett eine Antwort parat, als in der Diskussion eine Genossin die Frage wälzt, ob ihr angesichts solchen Inhalten eher zum Lachen oder zum Heulen zumute ist: Man rede darüber, was von der DDR noch zu gebrauchen sei und da kann man die ganzen Negativ-Punkte – die, wenn man sich mit ihnen befasst, genau aussagen, dass an der DDR nichts zu gebrauchen ist! – ruhig mal weglassen. Der herablassende Tonfall, in dem sie und der Rest des Podiums Diskutierende abkanzelt, die sich nicht in die Reihe der Vergleicher und Affirmanten einreihen, ist übrigens zum Kotzen. Genauso wie die Arroganz, mit der sie einer Kritikerin „Naivität“ bescheinigt, um von oben herab den Inhalt ihrer Wortmeldung herunterzuspielen. Sie, Inge Viett, die sich gedacht hat, dass deutsche Volk würde plötzlich revolutionär werden, wenn man ihm zeigt, dass Kapitalisten und Politiker auch nur mit Wasser kochen und abkratzen, wenn man sie mit Kugeln spickt; diese Inge Viett, die sich mit einer kleinen Truppe von Revoluzzern mit dem deutschen Staat angelegt, die sagt, was naiv ist! Einself.

Trotz des vielversprechenden Aufrufs und dem ebenso interessanten wie wichtigen Thema hat diese Veranstaltung leider nichts dazu beigetragen, die DDR und ihre Fehler zu verstehen und so einen Ausgangspunkt für eine Intervention einer revolutionären Linken in die stattfindenen Debatten um den realen Sozialismus zu schaffen. Schade!

by Wendy at 05 Februar 2010 , 13:49:46

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fuer und gegen alles

würde es die sz nicht geben, täte jeder denken münchen sei das was es ist…

…eine langweilige, erzkonservative, westdeutsche großstadt mit absurd antiseptischer innenstadt, sterbenslangweiligem nachtleben, gutem essen, lustiger dialektiererei und piekfeiner trachtenfolklore. aber die jungen menschen, die dafür sorgen, dass wenigstens ein paar andere junge menschen die süddeutsche zeitung lesen, haben einen auftrag: strikte realitätsleugnung.

jeder der mal in der bayrischen hauptstadt war, sich ein bild vom nachtleben gemacht und mit menschen, die dort ausgehen gesprochen hat, muss zu einem schluss kommen: in der weisswurstmetropole, ist es, ob jener nicht gerade subkulturfreundlichen voraussetzungen, extrem schwierig gescheite veranstaltungen auf die beine zu stellen, vor allem wenn das mit extrem restriktiver drogenpolitik und wenig verständnis für ausdauernde partys zu einem stampfenden beat einhergeht. dazu kommt, dass sich seit einigen jahren diejenigen, die aufgestellte polokragen und perlenohrringe nicht für das modemaß aller dinge halten, doch tendenziell gen nordosten verkrümmeln.

vielleicht sollten die sz-(pop-)zeit-kulturredakteure nicht zu oft nach berlin oder hamburg fahren, dann würde auch der zwang nachlassen, die eigene stadt auf absurde art und weise zu glorifizieren. neuester clou, ein artikel in der sz mit der überschrift “ Hey, das geht ab …“, der sich mit dem münchner nachtleben 2010 beschäftigt, einige münchner clubbetreiber zu wort kommen lässt und nun wirklich keine peinlichkeit auslässt. schon der einleitungssatz strotzt vor floskelhafter eintönigkeit und bemühtem klischeemist:

Die alte Weisheit scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten: Wenn es den Menschen schlecht geht, feiern sie erst recht. Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten suchen die Leute verstärkt nach Zerstreuung und Belustigung. Schon der alte Hemingway hat gesagt: „Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem Glas Whiskey lösen könnte.“ Offenbar haben sich die Münchner in Zeiten der Finanzkrise daran orientiert.

dann kommt irgendein kerl vom ödesten c-promi-glotzschuppen der welt zu wort und wahnsinn! ein neuer trend! unglaublich:

Rado Pavlov vom P1 sieht einen neuen Trend im Club-Hopping: „Viele bleiben nicht den ganzen Abend in einem Club, sondern ziehen durch die Stadt von einer Location zur nächsten.“

so crazy sind sie in minga! und dann kommt mein persönlicher lieblingssatz (kursiv im original):

Temporäre Nutzungen von Locations im Sinne eines Guerilla Clubbing seien nach wie vor en vogue.

hallo? merkt hier jemand noch irgendetwas?

aber in minga, da benutzen sie auch das „internet“:

Und P1-Chef Pavlov sieht eine Innovation in der schnelleren Kommunikation via Web: „Durch das Internet ist alles vernetzt, Neues in der Musik und Szene spricht sich wie ein Lauffeuer herum.“

ja mei, wahnsinn. 2010 und die zukunft wird zur gegenwart! wie in so science fiction filmen!

und selbst der macher eines der wenigen gescheiten clubs in münchen entblödet sich nicht eine piefig-lokalpatriotische mundarthymne zu singen und seine verbundenheit zum autochthonen schunkelinzest zu bekennen:

Süss freut sich erst einmal darauf, dass sein Harry Klein bald von der Kulturfabrik in die Sonnenstraße umzieht und nennt das den „Einzug ins gelobte Land“. Desweiteren träumt er von einer Ausweitung des Lokalkolorits: „Türsteher mit Mundart (Watschntoni) und ein Technozelt auf der Wiesn.“

und weil 2 trends nicht ausreichen (zur erinnerung: „clubhopping“ und „bayrisch reden“), aller guten dinge 3 sind, hier noch der allerletze schrei:

Sugar-Chef Schmitz findet dagegen, dass der Trend weggeht von Clubs hin zu Party-Restaurants: „Das ältere Publikum geht halt nicht mehr so häufig aus. Deren neue Wohnzimmer sind Hugos, Cavos, Kytaro, also Restaurants, die nach dem Essen die Musik aufdrehen und Party machen.“ Und Edmoses-Chef Jäger sieht gar ein neues Viertel am Partyhorizont aufgehen: „It’s time for Maxvorstadt.“

wahnsinn die zweite! das hat es noch nie gegeben. restaurants, die dann zu clubs werden. das hat der schmitz sicher in diesem „internet“ in einem „blog“ aus new york city gelesen, dass man das jetzt machen tut.

liebe münchner, ihr habts da eine pittoreske stadt samt gasthäuser mit leckerem essen und gutem bier, die alpen sind nicht weit, der fc bayern spielt eine solide kugel und hier kommt man gerne hin, wenn man mal keine lust auf den exzessiven partytrubel berlins hat; man kann in diversen clubs nett und moderat party machen, ohne dass man gefahr läuft sich montags morgens auf einer afterhour wiederzufinden. wozu also diese unsäglichen wie nervigen übertreibungen?

der ganze artikel

by schons at 05 Februar 2010 , 10:14:58

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Neonazi-Nachrichtenportal-Altermedia: „Ich mach´ mir die Welt, wie sie mir gefällt“.

Bei Altermedia1 macht man mal wieder einen Skandal aus dem Skandal: In Österreich hat sich nämlich die jüdische Gemeinde verbitten lassen, dass ein Hundemagazin mit dem „Judenstern“ gegen die in ihren Augen skandalöse Diskriminierung von Pitbulls Front macht. Das zeigt ziemlich wenig Respekt vor den Opfern des nationalsozialistischen Antisemitismus. Ob sich Pietät automatisch einstellt, wenn man sich den Antisemitismus richtig erklärt, halte ich für fraglich; zumindest will man dann keinen Juden mehr an den Kragen, was ein nicht zu leugnender Fortschritt wäre.

Interessant fand ich beim Altermedia-Beitrag aber eher, dass sich dort und in der Kommentarspalte scheinbar in wenigen Sätzen gleich mehrere sich gegenseitig widersprechende Wahnvorstellungen über Antisemitismus und vor allem die Judenvernichtung Nazi-Deutschlands finden lassen. Ja: scheinbar. Denn ich bin glücklicherweise kein Experte darin, dieses Gedankengewusel auseinanderzuklamüsern.

Aber eigentlich müsste dabei sein: „Holocaust? Hats doch eh nie gegeben!“, „Juden? Sollen sich mal nicht aufregen, wenn der Judenstern verwendet wird!“, „Judenstern? War doch genau richtig, wie man das Ding damals verwendet hat!“, „Holocaust? Super Sache!“, „Juden? Die sind doch böse/Viehzeug!“. Mehrfach inkommensurabel.

Das man das „Geplärre“ einstellen soll, angesichts der Tatsache, dass man als böses, Hunden gleichwertiges Etwas bezeichnet wird, verwundert doch. Und gegen Antisemitismus sollen die blöden Juden am Besten auch nichts sagen, auch nicht, wenn sich Nazis drüber lustig machen und darüber sinnieren, dass vielleicht ein neuer Holocaust mal wieder ganz gut wäre. Würde einen zwar direkt betreffen, aber… Diese Judenvernichtung wiederum, die man grad noch feixend begrüßt hat, hats natürlich nie gegeben! In einem Kommentar kulminiert das Ganze: Zentralrat der Juden bleib´ mal locker, schließlich ist so eine Selektion von Hunden mit anschließender Vernichtung eine schlimme Sache – ähnlich dem Holocaust, an dem das Ganze erklärt wird. Also, wenn es den gegeben hätte…

Reaktionäre Ideologien haben halt ganz eigene Zwecksetzungen und wenn sie diese erfüllen, müssen sie ganz offensichtlich auch nicht in sich schlüssig sein.

  1. Lese ich ab und an, wenn mir ganz, ganz, gaaaanz langweilig ist. Alte Gewohnheiten und so… [zurück]

by Wendy at 05 Februar 2010 , 09:34:45

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04 Februar 2010

schokolade

genug ist genug!

ICH KANN ES NICHT MEHR ERTRAGEN!!!! dieser schnee, dieser matsch, das ständige 1km/h pinguin-ähnliche-watscheln um nicht auf die fresse zu fallen, das ständige fast oder ganz auf die fresse fallen, das schmelzwasserpfützen übersehen und reintreten, das nasse füße haben und das ca. 10°C kalte ofenheizungszimmer… ES IST GENUG!!!! am anfang war es ja noch ganz lustig, schlitten fahren und der ganze kram, und seine überlebenfähigkeit bei -15° mit undichten fenstern testen, aber.. ich kann nicht mehr.. drei ganze wochen muss ich in dieser scheiß stadt, mit dem scheiß schnee noch ertragen.. aaaah.

by isi at 04 Februar 2010 , 22:49:46

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Winterabend

In unserer schönen Republik hat jedermann einen Wohnsitz. Wo, das hängt von allerlei ab – Eltern, wo’s Arbeit gibt, wo Wohnungen frei sind –, bloß von ihm selbst in den allerseltensten Fällen.
Wie groß der Sitz ist, wie ausgestattet und was man sonst so davon hat, das bestimmt sich für die meisten ebensowenig nach ihrem Gusto – schon eher nach der Größe des Geldbeutels. Und was um die Wohnung rum alles so in näherer und weiterer Umgebung ist, das resultiert neben den bisherigen aus weiteren Entscheidungen f r e m d e r Leute, ob sie dort Straßen, Fabriken oder sonst was haben wollen. Und was man selbst in Glücksfällen dieser Frage von seiner Umgebung hat, da sind die sonstigen Lebensumstände – sprich Arbeit auch nicht zu vernachlässigen! Das Zuhause in dieser Republik ist also eine ziemliche Zwangsangelegenheit – und eine beschissene meist dazu. Aller Grund also, darüber nicht froh zu werden und etwas dagegen zu unternehmen!?
Von wegen! Wo man sich gezwungenermaßen aufhält, heißt nicht einfach so, sondern H e i m a t – und soll als solche gleich ein Gegenstand der Liebe und Zuneigung sein und ein positives Gefühl in einem hervorrufen. Und dieses Gefühl ist so u n b e d i n g t, daß es sich jeden – noch so verrückten -Inhalt geben kann. Von der harmlosen Idiotie, es müsse immer genau der Fußballverein gewinnen, in dessen Nähe man haust, bis hin zu der Überzeugung, dieser Flecken Erde gehöre sich auf jeden Fall verteidigt – Heimat, Heimat, über alles!1

  1. Ankündigung Diskussionsveranstaltung der Marxistischen Gruppe: Heimat, Umwelt, Leben – Nein danke! [zurück]

by Wendy at 04 Februar 2010 , 15:48:55

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classless

Der Freitagabend in der c-base

Das Lineup bisher:

  • 21:30 Rubberhair
  • 22:30 Kulla & Lasterfahrer
  • 00:00 Mexikoplatz
  • by classless at 04 Februar 2010 , 13:33:41

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    03 Februar 2010

    classless

    Jungle World zu Dresden

    Auch schon von letzter Woche:

    >>So wichtig scheint es den Dresdener und den sächsischen Offiziellen zu sein, endlich einmal ungestört ihr deutsches Passionsspiel aufführen zu können. Ihre Mittel sind deshalb so drastisch, da sie keine vernünftigen Argumente auf ihrer Seite haben. Ihnen fehlt eine politisch logische Rechtfertigung, den Nazis das zu verbieten, was sie selber tun, nämlich der deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken und damit die britische und amerikanischen Luftwaffe zu Tätern zu machen. Auf der anderen Seite können sie auch nicht vernünftig erklären, warum der Protest gegen einen so großen Nazi-Aufmarsch an diesem Tag zu verurteilen sei – zumal sie selbst in den vergange­nen Jahren den zivilgesellschaftlichen »Aufstand der Anständigen« gegen die Nazi-Demonstrationen noch gepriesen hatten.

    Im Aufruf des »No Pasarán«-Bündnisses heißt es, die »Konsequenz von AntifaschistInnen aus der deutschen Vergangenheit« laute: »Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus«. Und durch den folgenden Bezug auf den Schwur der Überlebenden des KZ Buchenwald wird zumindest suggeriert, jene Parole stamme aus dem Schwur, was eine in antifaschistischen Kreisen nach wie vor beliebte Legende ist – eine unwahre. Nicht zitiert wird der wesentliche Teil jenes Schwures, der tatsächlich programmatisch für ein Gedenken an die Bomben­angriffe auf Dresden sein sollte:

    »Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Frei­heits­armeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stelle des großen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Ini­tiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt, F. D. Roosevelt. Ehre seinem Andenken!«

    Der US-Präsident Franklin D. Roosevelt war es, der auf der Konferenz von Casablanca 1943 für einen härteren Kurs im Krieg gegen Deutschland warb. Dort wurde die Verstärkung der Luftangriffe auf deutsche Städte beschlossen und die Kapitulation Deutschlands als Ziel festgelegt.

    Ivo Bozic: Die Dresdner Passionsspiele

    by classless at 03 Februar 2010 , 22:03:48

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    Lesen! Ohne Elke Heidenreich II

    »Das Gerücht über die Muslime« ist en vogue wie eh und je wenn Deutsche und solche, die es werden wollen mal wieder einen vom Leder ziehen und in hunderten Schattenboxkämpfen ein nicht näher definierbares, scheinbar aber schon ewig so bestehendes, Konstrukt namens »Islam« zu ihrem Gegner erklären und in allen Gewichtsklassen anfangen loszuboxen, dass einer schwindelig wird. Umso besser tut es eine kritische Befassung mit Islam und Islamismus zu lesen, die sich nicht mit aller Leidenschaft dem Ressentiment hingibt. Das tut zum Beispiel Aziz Al-Azmeh in seinem Artikel »Der Islamismus und die Araber« in der KP-Broschüre »Islamismus – Kulturphänomen oder Krisenlösung« getan:

    Es versteht sich von selbst, dass die gerade umrissene Position Teil einer, wie man es genannt hat, »kulturellen Entwicklungshilfe« ist; denn unter den widrigen Verhältnissen, wie sie die langwierigen sozialen und ökonomischen Krisen darstellen, von
    denen der arabische Raum – in Einklang mit seiner »südlichen« Identität – heimgesucht wird, gilt der Liberalismus als Bedingung der Möglichkeit für ein System von haltbaren politischen Vereinbarungen, die »entweder weltweit Geltung haben oder … durch handgreifliche Aktionen verteidigt werden müssen«. Die Resonanz, die das bei Fukuyama und seinen Kreisen findet, ist keineswegs zufällig; sie sind in derselben historischen Situation der gegenwärtigen einpoligen Ausrichtung internationaler Beziehungen. Die Neigung zum Islamismus und die Parteinahme für ihn während der letzten Jahre im Westen ist eine Form von politischer Intervention seitens einer vom Erdöl bestimmten islamischen Ordnung (»Petro-Islam«), die nach dem Ende des Kalten Krieges auf ihre Verwirklichung dringt; der Kalte Krieg wurde in der arabischen Welt in Form eines Diskurses geführt, der im Namen islamistischer Authentizität das Feindbild »importierter Ideologien« entwarf, womit ursprünglich der Sozialismus in allen seinen Spielarten, insbesondere in seiner nasseristischen Ausprägung, gemeint war und heute der Liberalismus.
    Der islamistische Revanchismus in der arabischen Welt ist keine »Rückkehr« zu einem urtümlichen Utopia, auch wenn er sich selbst auf diese Weise präsentiert. Wie sein Pendant in der westlichen Literatur besteht er in einem Diskurs über Authentizität, dessen erkenntnistheoretisches Hauptinstrument darin besteht, Differenz wahrzunehmen und zu registrieren; die Sakralisierung des Politischen in diesem Diskurs wird nicht als Maskierung, sondern als Offenlegung betrachtet. Das ist der Grund, warum es zum Beispiel Kepel rundherum ablehnt, die politische Ausdrucksform des Islamismus als etwas Ideologisches ins Auge zu fassen: ihm gilt der Islamismus weder als Verschleierung noch als Abschirmung, sondern als Offenbarung. Demselben Geist entspricht die ablehnende Haltung, mit der islamistische politische Organisationen auf Parteipolitik reagieren: Halb im Ernst und halb aus Berechnung haben sie schon immer behauptet, über den Parteien zu stehen und das authentische Zentrum des jeweiligen Gemeinwesens zur göttlichen Wahrheit und als Wiederherstellung seines Naturells und Lebensprinzips, als Bestätigung seines eigensten Seins interpretiert.
    Der Begriff Islam tritt uns als eine außerordentlich vielgestaltige Kategorie entgegen. Unter anderem dient er dazu, unterschiedslos eine Geschichte zu benennen, eine Religion zu bezeichnen, eine Gemeinschaft ins Ghetto zu sperren, eine »Kultur« zu umschreiben, ein abstoßendes exotisches Phänomen zu erklären und ein ganzes politisches Programm zu definieren. Ich beabsichtige hier nicht, diese Kategorie in den hervorstechenden Formen zu sezieren, die sie in den Faltungen der sozialen Phantasie an deren verschiedenen diskursiven Orten annimmt; sie entfaltet sich dort im Rahmen eines polarisierten Systems binärer Klassifizierungen, für die der »Westen« die normative Metasprache liefert, aus der dann auf negativem Weg die Merkmale gewonnen werden, die zusammen den Charakter des »Islam« konstituieren: Fanatismus, irrationales Traditionsbewusstsein, mangelnder Zeitsinn und die vielen dazugehörigen stellvertretenden Ausdrücke, von denen jeder geläufige Bilder mit sich führt: Volksmassen, den Schleier, Gebetshaltungen und so weiter. Wohl hingegen habe ich in den folgenden Abschnitten vor, die Geschichte der Islamkategorie in Erinnerung zu rufen und die universalistischen Konvergenzen herauszuarbeiten, die der politische Diskurs des islamistischen Abkapselungsstrebens preisgibt. Der Diskurs des politischen Islamismus hat viele Gemeinsamkeiten mit der Vorstellung vom Islam, wie sie der erwähnten sozialen Phantasie des »Westens« geläufig ist; wir werden sehen, dass dies der Fall ist, weil die beiden kategorialen Formulierungen auf gemeinsame theoretische und kategoriale Entstehungsbedingungen zurückgehen.
    Dreh- und Angelpunkt des politischen Islamismus ist sein Eintreten für eine politische Ordnung, die möglich machen soll, was als »Anwendung der Scharia« bezeichnet wird. Alternativ dazu ließe sich auch das Eintreten für diese politische Ordnung – nennen wir sie den islamischen Staat – in Begriffen beschreiben, die an der Schnittstelle zwischen eschatologischer Vollendung, einer Heilsgeschichte und Verwirklichung einer Utopie angesiedelt sind.

    Aziz Al-Azmeh – Der Islamismus und die Araber in KP-Berlin (Hrsg.) – Islamismus Kulturphänomen oder Krisenlösung; Seite 12f.

    Die ganze, sehr empfehlenswerte, Broschüre kann man unter folgendem Link speichern: PDF

    by ♥Thekenatze at 03 Februar 2010 , 21:55:05

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    starblog

    A New Starblogstar Is Born

    Langjaehrig treue Leser_innen des Magazins fuer Sport und Freizeit, und davon gibt es wohl welche, wissen die Wuerze, die in der Kuerze liegt, zu schaetzen. Rationalisierte Haupt- und Nebensaetze, Anschlaege in Sekundenbruchteilen. Es klappert die keytable in de-latin1-nodeadkeys wie die Salven der kommenden proletarischen Revolution. Bullen, Bonzen, Karrieristen – Aufgepasst! Starblog ist proletarisches Gebiet!
    Fluechtige Saetze sind manchmal wie unueberlegte Schuesse – Kolletarale Schaeden koennen die Folge sein. Das nehmen wir in Kauf.

    Starblog, urspruenglich als Gemeinschaftswerk gestartet, kehrt zurueck zum Teamplay. ‘Wer ist schuld, wenn niemand schuld ist?’, ein Beitrag eine_r neuen Autor_in, welche_r dann doch nicht mehr so neu ist. Mehr wird nicht verraten.
    In der Hoffnung auf weitere Beitraege! Achten Sie von nun an auf den ‘published by’-Hinweis an jedem Artikel!

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    by saltandvinegar at 03 Februar 2010 , 19:28:53

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    merely thinking

    Long live the Queen!

    Gute Nachrichten von Frank Turner (aka His Folk Punk deity): Ende März gibts ein Livealbum! Im Dezember hetzte er wie blöd von Frankreich zu einem Gig in der Union Chapel in London und wäre wegen Wetter fast zu spät gekommen. Die Adrenalinausschüttung hielt wohl auch noch auf der Bühne an, so schnell habe ich “Long live the Queen” auch noch nicht gehört. Das wird ein Fest, wenn “Take To The Road” rauskommt!

    by Mmmatze at 03 Februar 2010 , 19:08:39

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    starblog

    Wer ist schuld, wenn niemand schuld ist?

    Man kennt das, es ist Mittwoch, mitten in der Bedeutungslosigkeit. Das Wissen im Kopf rumspringend, dass der Freitag noch lange hin ist, der Montag zu lange zurückliegt, man im Niemandsland der Ausbeutung gefangen ist. Man gehört nicht zu diesen ominösen Raver_innen, die sich ihre Tage in Kellern und anderen Clubs, wenn man dem 08/15 Fuzzi auf der Straße glauben schenken mag nur im Berghain und der Panoramabar, um die Ohren schlagen und auf alle möglichen und unmöglichen chemischen und pflanzlichen Wachheitsergänzungsmitteln zurückgreifen. Wach seit Freitag, nüchtern am Mittwoch Morgen. Man trifft sie hin und wieder, Grinsen im Gesicht, gerade zu der Jahreszeit eine Unverschämtheit, laut kichernd und unsteter Blick.

    Ja, man könnte sagen sie sind schuld. An nichts bestimmten und noch weniger an irgendwas weltbewegendem, aber sie sind schuld. Wenigstens in 2 Punkten: Sie haben Zeit und Spaß. Zeit hab ich auch, nur keine über die ich verfügen kann wie ich will. Man ist eingesperrt in Lohnarbeit, Essen beschaffen und abends Menschen sehen, das kann Spaß machen, aber was für ein Spaß ist das denn? Man selber steht dadrüber, müde lächelnd blickt man auf die kultur-industriell verpackte Seifenoper, die die in der objektiven Verzeiflung Verhangenen Leben nennen, ihre verdinglichten Beziehungen, die sich beim Sushi essen in der Mittagspause, beim Italiener beim Abendessen und dem Bier an der Theke menschlich geben möchten aber nur eines schaffen: totale Vernichtung. Totale Vernichtung von allem, was nicht hier reinpassen möchte. Linke denken jetzt an Gentrifizierung, und wie ausgerechnet sie nicht mehr reinpassen, ich rede von Ausbeutung und wie alles was sich nicht ausbeuten lassen möchte nicht mehr reinpasst. Und daran sind die, die ich Dienstag abends auf dem Rückweg von einem sehr langen Tag treffe wieder unschuldig. Jedes Mal wenn man sich die Frage nach der Schuld stellt kommt man auf diese komische Antwort, irgendwie alle unschuldig, nur dieser Kapitalismus, der ist schuld. Jedes Mal wieder kommt man zu der Erkenntnis wie unbefriedigend das denn bitte ist. Wo gegen Antisemit_innen noch treffend mit Baseballschlägern der unversöhnliche Akt der Negation vollzogen ist hilft gegen die Waren in ihrer gespenstischen Gegenständlichkeit nur das Hoffen, dass die Leute von deren Fetisch ablassen möchten. Nur wenn man denen erzählen möchte wie dumm sie sind und sich nicht auf blumige Teach-Ins in Bürgerschulen verlässt dann kommt der Staat, der seiner Vernichtung skeptisch bis unversöhnlich entgegensteht und schickt seine Prügelknaben und -mädels. Vielleicht sind die ja schuld. Möglich wäre es, beantworten tu ich das nächsten Mittwoch. Wenn ich wieder in der Mitte der Woche festhänge.

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    by rocknriot at 03 Februar 2010 , 16:23:27

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    merely thinking

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    try again. fail again ...

    besserscheitern


    Ein vorerst letztes Mal zum Thema Schneechaos und die Folgen:

    In Schwerin sind sogar die Bananen alle gewesen.

    by besserscheitern at 03 Februar 2010 , 15:21:40

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    classless

    Der GSP zu Demokratie und Hunger

    Die “Süddeutsche Zeitung für Kinder” zur Bundestagswahl stammt aus dem letzten Sommer und die Ausgabe des Gegenstandpunkts, in der sie unter Überschriften wie “Die selbstverständlichste Sache von der Welt: Andere über sich entscheiden lassen” oder “Demokratie ist, wenn man sich die Herrschaft selbst bestellt” besprochen wird, auch schon aus dem Dezember. Weil es aber immer viel zu wenige Texte gibt, in denen die Demokratie, die trotz allem Schlimmeren weiterhin eine Herrschaftsform ist und überwunden gehört, so schön eins drüber bekommt, seien hier noch mal zwei Stellen zitiert.

    Claus Hulverschmidt von der SZ erklärt: “Deutschland ist eine Demokratie. Das ist ein griechisches Wort und bedeutet, daß alle mitentscheiden dürfen, welche Regeln für alle gelten.” Der GSP darauf: “Der Humanist des süddeutschen Weltblattes kann diesen alten Wert auch noch ins Deutsche übersetzen, ohne sich im entferntesten um das griechische kratein zu scheren. Das Herrschen kürzt sich ganz raus…”

    Und zum Prinzip der Delegation:

    >>Wie praktisch! Dann braucht man nicht alles selber zu entscheiden. Dafür gibt es ja die Politiker. Man braucht sie bloß noch zu ermächtigen und schon nehmen sie einem die schwere Arbeit ab, über sich selbst zu bestimmen. Man selber muß sich nur noch an deren Gesetze halten; das spart ungeheuer Zeit.

    Im selben Heft zitiert der GSP eine Meldung von wirtschaft.t-online.de:

    >>In den Entwicklungsländern werden dem Landwirtschaftsausblick zufolge zwar künftig mehr landwirtschaftliche Güter hergestellt, gehandelt und verbraucht. Lebensmittelknappheit und Hunger seien aber dennoch ein zunehmendes Problem. Weltweit litten eine Milliarde Menschen Hunger. Langfristig bestehe weniger die Gefahr, dass es nicht genug Nahrungsmittel gebe, sondern dass die Armen nicht ausreichend Zugang dazu hätten. Deshaln müsse die Armut verringert werden und die Wirtschaft wachsen - dazu könne in Entwicklungsländern die Landwirtschaft beitragen.

    Und kommentiert:

    >>Lebensmittel werden immer reichlicher hergestellt, und “dennoch” wächst die Lebensmittelknappheit. Genug Lebensmittel wären für die Hungernden schon da; das einzige, was ihnen fehlt, ist der “Zugang” - dass damit das Geld gemeint ist, ist jedem so klar, dass man es gar nicht explizit aussprechen muss. So zeigt sich, dass Geldverdienen und nicht Versorgung der ausschließliche Zweck der Herstellung von Bedarfsgütern ist; marktwirtschaftliche Armut, Hunger und Elend verdanken sich allein dieser Zweckbestimmung der Produktion. Um sie aus der Welt zu schaffen, muss foglich der herrschende Produktionszweck, das private Geldverdienen, durch eine planmäßige Versorgung der Leute mit Dingen ihres Bedarfs ersetzt werden. Oder?

    Der marktwirtschaftliche Sachverstand denkt anders: Wenn schon alles nur gegen Geld zu haben ist - die Lebensmittelknappheit zahlungsunfähiger Menschen gilt ihm als selbstverständlichste Grundtatsache allen Wirtschaftens -, dann brauchen die Armen nichts anderes als Geld. Nur fehlendes Geld verhindert, dass die produzierten Güter dorthin gelangen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.; sobald es da ist, ermöglicht es den Zugang. Wenn Hunger in Geldmangel übersetzt ist, dann heißt das erste Bedürfnis der Armen: eine erfolgreiche Geldwirtschaft muss her! Erst einmal müssen mehr Geschäfte laufen, bevor sich der elende Teil der Menschheit Hoffnung machen kann. Milliarden hungernder Menschen beweisen, wie unverzichtbar ein in Geld bilanziertes Wirtschaftswachstum ist.

    Ansonsten gilt weiterhin: Good Gegenstandpunkt, bad Gegenstandpunkt.

    by classless at 03 Februar 2010 , 13:52:07

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    stil, irrelevanz ...

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    nichtidentisches

    Nichtidentisches


    “Es könnte sogar sein, daß nur das Grauen, selbst das in der Vorstellung erfahrene, mir gestattet hat, dem Leeregefühl der Lüge zu entrinnen…  Ich halte den Realismus für einen Irrtum.” (Georges Bataille: “Das Unmögliche”)

    “Riechen Sie das? Dieser Gestank…dieser stinkende Gestank…dieser stinkende Gestank, der stinkt…die Sache stinkt!” (Eugene Herbert Krabs: “Aushilfe gesucht”)

    Von Zeit zu Zeit sollte man auf frühere Gedanken hören, ihre Zeitkerne aushöhlen und zerknabbern. In “Kritik der marinen Ökonomie” lag bereits der Akzent auf eine anhaltende ernstgemeinte Reflexion auf das bedeutendste Reproduktionsinstrument herrschender und konfligierender Ideologien, das in der Geschichte je aufgeboten wurde: Das bewegte Bild. Jackson Pollocks Gemälde wirken fahl im Schatten der ökonomischen Potenz eines James Cameron und dieser selbst kann sich schon nicht mehr vor dem Ansturm des Konkurrenzgenres der Games, allen voran “Modern Warfare II”, behaupten. Mit dem Budget kleiner Staaten werden hunderte visuell erobert. Und trotzdem: das Monopol war nie so fragmentiert wie heute und gerade deshalb so stabil. Adorno und Horkheimer wird zu Unrecht mit  Punkrock, Underground und Internet an den Karren gefahren. Die Verdoppelung Hollywoods in die größer gewordenen Kinder Bollywood und Nollywood festigt nur das Prinzip und seinen Erfolg.

    Wenn alle Kultur samt ihrer gebotenen Kritik daran Müll ist, wie Adorno als Antithese diagnostiziert,  läuft dann alles auf “Mülltrennung” (Gerhard Scheit) hinaus? Oder sollte man wachsam gegenüber den von Adorno und Horkheimer konstatierten “Zeitkernen” in der “Dialektik der Aufklärung” sein? Oder hält man es mit Adornos widersprüchlicher und darum angemessener Position, wenn er mit Gretel ins Lichtspielhaus flaniert, Beckett verehrt und sehr wohl in Besseres (Schönberg, Beckett, ungarische Volksmusik) und Schlechteres (Wagner, Jazz) trennt? Auch in der Filmindustrie gibt es Besonderheiten und so sehr sich die Nischenprodukte, die “Mentalreservate” (Adorno), den Eliten als Delikatesse andienen, die dem Pöbel ungenießbar seien, so sehr muss auch die strengste Kritikerin noch Sympathie für gewisse Produkte aufbringen, die schlichtweg fortschrittlich im besten Sinne sind. Sie versprechen nicht ernstzunehmend, den Kapitalismus aufzuheben, sind aber durchaus geeignet den Reaktionären ihre Brunnen zu vergiften und in seltenen Momenten ein Gefühl aufleuchten zu lassen, das schwer begreiflich als Identifikation mit einem Glücksversprechen zu umschreiben wäre. Dass sie dadurch eine Funktion erfüllen, nämlich in den Menschen die Illusion entstehen zu lassen, durch die massenhafte Verbreitung der Kritik wäre sie schon in die Tat umgesetzt und die Revolutionen an den Fernseher deligiert werden ist ihnen kaum inhaltlich vorzuwerfen. Die Kritik ist eine der Produktionsverhältnisse, nicht der Ware und ihrem Glücksversprechen.

    Im Stil gewordenen Stilbruch wohnt daher eine Chance, den Träumen einen Traum anzuträumen, was nicht einmal Adorno für gänzlich abwegig hält:

    “Nicht darum sind die escape-Filme so abscheulich, weil sie der ausgelaugten Existenz den Rücken kehren, sondern weil sie es nicht energisch genug tun, weil sie gerade so ausgelaugt sind, weil Befriedigungen, die sie vortäuschen, zusammenfallen mit der Schmach der Realität, der Versagung. Die Träume haben keinen Traum.”

    Und später:

    “Was im Ernst escape wäre, der bildgewordene Widerwille gegen das Ganze bis in die formalen Konstitutentien hinein, könnte in message umschlagen, ohne es auszusprechen, ja gerade durch hartnäckige Askese gegen den Vorschlag.” (Adorno, MM 387f)

    Ein solcher bildgewordener Widerwille gegen das Ganze, unausgesprochene message, leuchtet in einer Technik auf, die Spongebob zum Stilelement erhoben hat. Die gezeichnete, in zerplatzende Formen fragmentierte Unterwasserwelt zeichnet in ihrer Absurdität ein realistischeres Bild vom Realen als das gesamte Dogma 95-Genre. Dessen Anspruch auf Authentizität durch Orthodoxie und technologischen Spartanismus verhöhnen die Closeups in Spongebob. Immer wenn etwas in seiner mikrologischen Betrachtung endlich ins Bewusstsein dringt, schwenkt das Bild vom Zweidimensionalen in die Dreidimensionalität des Ekels. Der verwesende Burger, auf den Spongebob in Unkenntnis der Todesdrohung vermutlich seine verdrängte Heterosexualität konzentriert, kommt erst dann in seiner bedrohlichen Vergänglichkeit zu Bewusstsein, als er “realistisch” gezeichnet wird – das exaltierte Entsetzen, das Spongebob persifliert, ist eines über jene Naivität, die das Äußerliche, den Stil, zum Maßstab der Erkenntnis macht (siehe Spongebob: “Burgina”). Im Closeup des Grotesken verlacht Spongebob jene, die meinen, jetzt erst die Realität zu erkennen.  Es ist Ideologie, dass man nur genau genug hinsehen und herangehen müsse, um dem Schein zu entraten. Der echte Mund, der in den griechisch anmutenden Chor der Startsequenz ins Piratenbild eingeschnitten wird, wirkt  ekelhaft – weil er denunziert, dass jene versprengten Realitätsfetzen im erholsam Scheinhaften noch lange nicht Richtiges im Falschen versprechen, sondern sich um so lächerlicher machen. Es sind die Realismus-Fanatiker selbst, die Dinge und Menschen in abstrahierten Oberflächen-Formen wie in Spongebobs Welt sehen. Sie tappen wie der stümperhaft verkleidete Pirat als ermüdend komische Gestalten doppelt gefälscht umher. Fügte Brecht noch die Verfremdung ein mit dem Verdacht, der Bürger könne das Schauspiel schon nicht mehr als solches Erkennen oder auf sich beziehen, so flechtet Spongebob das realistische, dreidimensionale ein, um gerade den Verdacht, dass jenes und alles das Schauspiel sei, zu bestätigen.

    “Denn verstört ist der Weltlauf. Wer ihm vorsichtig sich anpaßt, macht eben damit sich zum Teilhaber des Wahnsinns, während erst der exzentrische standhielte und dem Aberwitz Einhalt geböte.” (Adorno: MM, 382)

    Wer würde nicht zustimmen, in der Familie aus Spongebob Schwammkopf, Patrick Star, Thaddäus Tentakel, Eugene  Krabs, Plankton und Sandy ein kristallines Typenmodell von Exzentrikern zu finden? Ihr Aberwitz spottet noch jeder Normalität. Freud konstatiert, dass der Neurotiker in der Verneinung das verrät, was Kern seiner unbewussten Empfindungen ist. Wenn etwas ganz bestimmt NICHT so oder so sei, kann der Analytiker davon ausgehen, gerade hier einem verdrängten Inhalt zu begegnen. Die gesamte Unmöglichkeit der Unterwasserwelt ist eine einzige Verneinung und darum wahr, realistischer als jene, die die Täuschung, den Effekt verneinen und es gerade darin auf den Effekt am meisten abgesehen haben.

    Eingetragen unter:Kulturindustrie und Industriekultur, Make a wish, Psychoanalyse, Verwaltete Welt

    by Nichtidentisches at 03 Februar 2010 , 10:34:47

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    02 Februar 2010

    stil, irrelevanz ...

    Ein fliegender Stein, ist ein fliegender Stein, ist Faschismus.

    In Greifswald wurde letztes Jahr ein Burschihaus scheinbar kreativ entwertet (kein Grund sich zu schämen, ich wusste es bis vor 20 Minuten auch nicht). Linke Chaot*innen aus ganz Norddeutschland sind dort wohl zu einem Happening angereist, welches darin gipfelte, einige Glasscheiben zu Bruch zu bringen und »Barrieren aus Bierkästen« zu errichten. Soweit so unspektakulär.
    Die dazugehörige Diskussion in einem scheinbar mit dem AStA der Uni Greifswald verbandelten Blog bringt allerdings einige Perlen politischer Verwirrtheit zu Tage.
    Hein Blöd z.B. (treffender Name) teilt uns mit, dass wir bei dem ganzen nochmal so richtig Glück gehabt haben:

    Ein Lob an alle, die sich von Gewalt distanzieren. Man stelle sich nur vor, es wären Kinder bei der Veranstaltung gewesen und ein Stein hätte ein Kind erschlagen.

    Nur gut, dass diesmal keine Tiere von diesen Krawalltouristen (männlich & weiblich) gefährdet wurden.
    Der Justus-Wertmüller-Sonderpreis in der Kategorie »Wie bringe ich an unpassender Stelle den Holocaust ins Spiel« geht allerdings an Benjamin E. L.. Gratulation an dieser Stelle.

    Vielleicht bin ich durch meine Herkunft und die Tatsache dass meine Familie während der Shoa getötet oder vertrieben wurde sehr sensibel, aber für mich stellen sich die Züge dieses Hassverbrechens wie die, die man aus der Zeit der frühen 30er Jahre kennt, dar. Eine Gruppe von Menschen kommt geplant zusammen, stachelt sich ein wenig auf (früher mit Trommeln und Märschen, heute mit Punkrock) und geht dann los um,wie würde es zu Zeitendes Nationalsozialismus heissen, den »Volkszorn« zu entladen.
    Die Tat ist ein geplanter, politisch motivierter Gewaltexess wie er im dritten Reich vorgekommen ist.

    by ♥cmmnsm at 02 Februar 2010 , 23:45:51

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    nada

    this is what diplomacy looks like

    Today like every year on January 31, the Islamic Republic’s Embassy in France held a banquet commemorating the day that Khomeini left France for Iran from Neuphle-le- Chateau. On the street, in front of the meeting place, Iranian protesters held signs and chanted slogans such as, “Death to the dictator,” and “Free the political prisoners.”

    When the bus of the ambassador arrived the protesters increased their chanting. The French police had taken positions amongst the protesters to avoid any incidents. The Ambassador, Mehdi Amir Abu Taleb, had acquired the Paris post in September of last year. Angered by the slogans, he attacked one of the protesters as though he were on Iranian soil where you can meet peaceful protesters with violence.

    The police interfered and the angry Ambassador punched the police officer trying to restrain him in the chest. That act was enough to bring down the wrath of the police who beat his “Excellency” and were about to handcuff him when the personnel of the Embassy interceded and informed the police that it was the Ambassador that they were holding and that he enjoyed diplomatic immunity.


    .

    by nada at 02 Februar 2010 , 22:59:11

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    merely thinking

    Beardyman: Mörder-Comedy, Mörder-Beatboxing

    Holy Schnitzel: Eine Stunde lang beatboxen, was der Gaumen hergibt, das Publikum gleichermaßen zum Lachen und Tanzen zu bringen. Beardyman zieht wirklich alle Register. Wenn es das letzte ist, was ihr heute tut – es ist eine gut investierte Stunde!

    (Via Nerdcore.)

    by Mmmatze at 02 Februar 2010 , 21:53:22

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    Jan Oliehoeks Tiermashups

    Jan Oliehoek aus Amsterdam hat Sinn für das Absurde in der Fotomontage. Und so masht er unter anderem Tiere. Kreuzt Frösche mit Nilpferden, Zebras und Katzen. WTF? Bei Spraygraphic gibts eine Auswahl der besten Stücke.

    by Mmmatze at 02 Februar 2010 , 21:38:06

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    Smoke Blow teilen aus

    Kiels Smoke Blow sind schon bemerkenswert. Von verschiedenen laut-Redakteuren immer wieder mit Höchstwertungen bedacht haben sie sich so in die Kritikerherzen geschummelt. Mal mit brachialer Gewalt, mal, wie zuletzt bei “Colossus”, mit Melodie. Mit dem am Freitag erscheinenden “The Record” gibts wieder ordentlich aufs Maul. Der Opener “Broken Bonds of Friendship” macht da keine Ausnahme.

    by Mmmatze at 02 Februar 2010 , 21:25:32

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    yet another photoblog

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